Leben und lieben in LA
© Oktober 1999 Thompson

Playing by Heart

Originaltitel: Playing by Heart

If romance is a mystery, there's only one way to figure it out.

Director: Willard Carroll
Sean Connery, Gillian Anderson, Madeleine Stowe, Gena Rowlands, Dennis Quad

Runtime: 121 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
USA 1998



Ein sehr ruhiger Film, der sich darauf konzentriert, dem Zuschauer das Leben von vier völlig unterschiedlichen Frauen zu beschreiben. Und doch, so unterschiedlich Meredith (Gillian Anderson), Joan (Angelina Jolie), Gracie (Madeleine Stowe) und Hannah (Gena Rowlands) auch sind, sie haben eine Gemeinsamkeit und es hängt nicht nur damit zusammen, daß ihr Liebesleben nicht das einfachste ist.

Immer wieder zeigt uns Willard Carroll ein paar Stunden aus dem Leben jeder der Frauen, ohne dabei jedoch jemals Langweile aufkommen zu lassen. Es passiert zwar den ganzen Film über nicht viel, aber die Regisseur Willard Carroll führt uns so souverän durch den Film, daß das gar nicht fehlt, es sogar störend wirken würde.

Das Staraufgebot, das an diesem Film mitgewirkt hat, läßt den Zuseher spontan an Woody-Allen-Filme denken und während sich der Film vor dem Zuseher entfaltet, wird man immer wieder daran erinnert, daß das eigentlich die Art ist, wie sich englische Filme entwickeln. Aber der Film ist keines von beiden: weder ist er von Woody Allen geleitet (dazu ist er auch viel zu wenig neurotisch) noch stammt er aus England. Dies ist ein amerikanischer Film, der gar nicht so wirkt und auch das Ende wirkt überhaupt nicht erzwungen, sondern man strömt langsam und ganz natürlich darauf zu.

Sean Connery und Gena Rowlands spielen ein seit 40 Jahren verheiratetes Ehepaar und es scheint so, als ob sich Sean Connery auf seine alten Tage immer mehr in Charakterrollen wiederfindet. Das ist auch gar nicht zu bedauern, denn er spielt sie ausgezeichnet. Herrlich erfrischend ist auch, daß Sean Connery diesmal seinen schottischen Akzent (in der englischen Version natürlich) nicht ganz unterbindet und so ist es ein Genuß, ihm zuzuhören, wann immer er in ein Gespräch verwickelt ist.

Es ist auch interessant, Gillian Anderson einmal außerhalb ihrer "Stammrolle" als Special Agent Dana Scully zu sehen und sobald man sich daran gewöhnt hat, nicht jedesmal, wenn sie die Leinwand betritt auch an Agent Mulder zu denken, genießt man auch ihre Darbietung.

Von allen Hauptdarstellern, bleibt Madeleine Stowe am allerwenigsten im Gedächtnis. Das will aber nicht heißen, daß sie schlecht spielt, es ist vielmehr nur so, daß ihre Rolle etwas unglücklich ist, und sie auch etwas weniger Zeit auf der Leinwand verbringen kann als andere und sie auch nicht so intensiv ist.

Wer also einen netten, romantischen und dennoch nicht kitschigen Film sehen will, der ist mit diesem Film ausgezeichnet bedient!