Die Sneak-Preview-Seite

Cookie's Fortune
© Dezember 1999 Aleks

Cookie`s Fortune Originaltitel: Cookie's Fortune

Welcome to Holly Springs... home of murder, mayhem and catfish enchiladas.

Director: Robert Altman
Glenn Close, Julianne Moore, Liv Tyler, Chris O`Donnell, Ned Beatty

Runtime: 118 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
USA 1999
In Holly Springs, sicher in der Nähe von New Orleans, lebt Witwe Jewel Mae "Cookie" Orcutt (Patricia Neal). Sie ist schon sehr alt und über den Tod ihres Mannes Buck nie hinweggekommen. Doch sie ist nicht ganz allein. Willis Richland (Charles S. Dutton) kümmert sich fürsorglich um die alte Lady und hilft ihr, wo er nur kann.

Im Kreistheater plant Camille Dixon (Glenn Close) eine Neuinszenierung von Oscar Wild`s Salomé, in der Hauptrolle ihre Schwester Cora Duvall (Julianne Moore), die ihrer dominanten und energischen Schwester nicht viel entgegenzusetzen hat. Cora`s Tocher Emma Duvall (Liv Tyler), neben Willis die einzige, die von Cookie noch "geliebt" wird, ist geradeeben wieder nach Holly Springs zurückgekehrt und arbeitet im lokalen Katzenfisch-fang-betrieb von Matt (Lyle Lovett), der mehr als nur ein Auge auf die hübsche Emma geworfen hat. Begehrt wird sie auch von Polizeineuling Jason (Chris O`Donell), der nebenbei noch für die Salomé auf der Bühne steht.

So einfach so kompliziert. Die Idylle findet ein jähes Ende, als Camille zu Cookie ins Haus kommt, um sich eine Kristallsalatschüssel zu holen (die schon seit Urzeiten ihr gehört hätte) und sie Cookie tot, sie hat sich selbst erschossen, im Schlafzimmer auffindet. Jedoch ist für Camille ein Selbstmord in ihrer Verwandschaft untragbar, denn nur Verrückte tun das, und so konstruiert sie eine Mordgeschichte um die es dann auch in dem Film geht. Zumindest hin und wieder.

Der Sachverhalt stellt sich, zugegebenermaßen, hier sehr kompliziert dar. Doch im Endeffekt ist alles halb so schlimm. Eigentlich geht es in diesem Film gar nicht so um den Selbstmord, beziehungsweise den konstruierten Mord durch Camille, sondern viel mehr um die Mentalität in den Südstaaten.

Die Schauspieler agieren alle hervorragend und es macht wirklich Spaß, sich den Film anzusehen, obwohl eigentlich so gut wie gar nichts passiert. Altmann nimmt mit seinem sehr feinen und sehr schwarzen Humor (genial die Scrabble-Szene in der Gefängniszelle) das amerikanische Leben aufs Korn und zeigt uns, auf was es im Leben wirklich ankommt (zumindest dort). Hier wird die Unschuld nicht durch Fakten bestimmt. So ist für Lester Boyle (Ned Beatty) Willis auf jeden Fall unschuldig, da er ja schon jahrelang mit ihm fischt.

Der Film ist auf jeden Fall ein absolutes Muß für alle Freunde des ruhigen, anspruchsvollen Films, wo Musik (übrigens fantastisch) und Bild und Schauspieler den Film machen, und nicht die Anzahl der Toten und in-die-Luft-gesprengten. Sicher ist es Geschmackssache, aber empfehlen werde ich den Film allemal.