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Anna und der König
© Dezember 1999 Mario (mK)

Ann and the King Originaltitel: Anna and the King

In A Land Of Tradition...In A Time Of Change...At The Threshold Of Revolution...Two Worlds Will Collide.

Director: Andy Tennant
Jodie Foster, Chow Yun-Fat

Runtime: 140 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
USA 1999
Viele kennen die fast schon legendäre Tagebucherzählung der verwittweten Lehrerin Anna Leonowens (Jodie Foster) aus England, die sich 1862 an den Hof des Königs (Chow Yun-Fat) von Siam - heutiges Thailand - begibt um dort dessen 58 Sprösslinge zu unterrichten. Schon in den ersten Szenen der Ankunft von Anna wird ein Bild der Fremdheit und Ausgesetztheit gezeichnet, welches sich im Laufe des Films ins völlige Gegenteil wandeln sollte.

Im ersten Aufeinandertreffen der beiden Charaktere wird sofort das Ausmass des kulturellen Unterschieds und der sich entwickelnden Konfliktfelder ersichtlich. Zum einen stellt sich König Mungkut als gebildeter und weltoffener Herrscher dar obschon dessen Vorurteile über das imperialistische Empire die Persönlichkeit Anna's überlagern. Auf der anderen Seite steht eine gebildete jedoch finanziell arme Lehrerin Anna, die den Herrscher als unzivilisierten, in polygamie lebenden Heiden sieht. Doch schon sehr bald müssen beide ihre Meinungen korrigieren, beginnen ihre Befangenheit abzulegen und die Persönlichkeit des jeweils anderen in den Vordergrund zu stellen.

Der Hauptteil dieses Epos dreht sich um das Zusammenspiel der beiden historischen Charaktere Anna und Mungkut, die einander immer näher kommen, letztendlich aber erkennen müssen, dass ihre Liebe keine Zukunft hat. Das vielbenutzte Thema der aussichtslosen Liebe muss auch in diesem Film wieder bis zum abwinken herhalten. Beide Hauptdarsteller spielen trotzdem überzeugend ihre Rollen und verleihen ihren Charakteren ein abgerundetes Profil - mit Ausnahme von Anna vielleicht ein zu abgerundetes.

Da man von niemandem erwarten kann sich 140 min lang dem Herz-Schmerz zu ergeben wurden noch zwei Nebenplots eingebaut: Der abtrünnige General Alak, der mit der Sympathie des Königs für die Engländer gar nichts anzufangen weiss will diesen kurzerhand vom Thron stossen. Dies wird aber durch einen nicht ganz glaubwürdigen Trick Anna's verhindert.

Die für meine Begriffe interessantere Nebenhandlung dreht sich um die Maitresse Tuptim. Als Geschenk an den König auserkohren muss sie nun erkennen, dass sie sich von ihrem ursprünglichen Geliebten trennen muss. Da sie dies nicht will versucht sie aus dem Palast zu fliehen und als Mönch in einem Kloster ein neues Leben zu beginnen. Dabei wird sie jedoch von der Palastwache gestellt und wird unter heftigem Protest Anna's zusammen mit ihrem Liebhaber zum Tode verurteilt.

Abgesehen von der etwas dünnen Handlung besticht dieser Film vor allem durch seine schönen Landschaftsbilder und hervorragenden Kostüme. Gleichzeitig konnte sich aber das Gefühl der Künstilichkeit der Szenerie nie wirklich legen. Bereits die Szene zu Filmbeginn liess eine gewisse Kulissenhaftigkeit erkennen.

Anna and the King ist vor allem ein romantischer Film, den man aber nicht in einem Atemzug mit anderen historischen Epen a la Doktor Schiwago, Bravehart und Jenseits von Afrika erwähnen sollte. Dies wäre wahrlich nicht verdient.