![]() Ein perfekter Ehemann
© Dezember 1999 Thompson
England kurz vor der Jahrhundertwende.
Ein Gentleman war noch ein echter Gentleman und das Wort eines solchen hatte auch noch Wert. Und die Gesellschaft war so steif wie ein Bügelbrett. Und genau in dieser Zeit spielt der perfekte Ehemann, der auf einer Geschichte von Oscar Wilde beruht. Lord Arthur Goring (Rupert Everett) ist ein englischer Aristorkat in den Dreissigern und Londons größter Partytiger. Sein Vater wünscht sich zwar schon lange, endlich Schwiegervater zu werden, aber Lord Goring denkt gar nicht daran. Das würde ja heißen, Verantwortung zu zeigen und das so gewohnte Leben aufzugeben. Doch die aus Wien zurückkehrende Lady Laura Cheveley (Julianne Moore) macht ihm durch ihre Intrigen einen Strich durch die Rechnung. Denn noch bevor er eigentlich realisiert, was um ihn herum eigentlich passiert ist, hat er sich schon in ein dichtes Netz von Lügen verstrickt, nur um seinen guten Freund Sir Robert Chiltern (Jeremy Northam) vor der Bloßstellung vor der Gesellschaft zu retten. Gleichzeitig kommt er auch dem Ehestande näher als er es je zu träumen gewagt hat. Die Hauptrolle in diesem toll besetzten Film könnte von niemandem besser verkörpert werden, als dies Rupert Everett macht. Er scheint wie für die Rolle des steifen englischen Gentlemans geboren. Auch wenn niemand ganz an die Leistung Rupert Everett's herankommt, so brauchen sich auch die anderen Schauspieler nicht zu verstecken, denn sowohl Julianne Moore (Mrs. Laura Cheveley), als auch Minnie Driver (Mabel Chiltern) und Cate Blanchett (Lady Gertrud Chiltern) sowie Jeremy Northam spielen großartig. Die Story von Oscar Wilde ist im Prinzip sehr einfach gehalten, was den Film aber zu einem besonderen Erlebnis macht, ist die Sprache und der Wortwitz. Deswegen kann der Film (vor allem in der englischen Originalversion) nur wärmstens empfohlen werden.
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