You kill me
© August 2008 Thompson

You kill me

Originaltitel: You kill me

"Hi, my name is Frank I'm an alcoholic. I kill people for a living... This is anonymous, right?"

Director: John Dahl
Ben Kingsley, Téa Leoni, Luke Wilson, Bill Pullman

Runtime: 93 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
USA 2007

Frank Falenczyk (Ben Kingsley) ist Alkoholiker. Alkoholiker und Berufskiller für eine polnische Mafiafamilie in Buffalo und der häufige Griff zur Flasche wirkt sich negativ auf die Leistungen in seinem Beruf aus. Nachdem er einen sehr wichtigen Auftrag im Rausch verschlafen hat, wird er von seinem Boss nach San Francisco geschickt, um dort mit Hilfe der Anonymen Alkoholiker vom Suff wegzukommen. Nur sehr widerwillig besucht er dort die Treffen, ohne jedoch wirklich den Alkohol aufgeben zu wollen. Genauso widerwillig beugt er sich dem Machtdiktat seines Bosses und nimmt einen normalen Job an, wenn man einen Aushilfsjob bei einem Bestatter normal nennen kann. Die Arbeit mit Leichen scheint Frank jedoch zu liegen und schon nach kurzer Zeit zeigt sich sein Talent, Leichen zur Aufbahrung vorzubereiten. Eine dieser Leichen ist Laurel Pearsons (Téa Leoni) Vater. Frank ist von Laurel fasziniert und in den darauf folgenden Wochen kommen sie einander näher. Mit der Hilfe von Laurel und Tom (Luke Wilson), seinem AA-Sponsor (ein Sponsor ist ein Mitglied der Anonymen Alkoholiker, das schon längere Zeit trocken ist und als erste Ansprechperson in Notlagen dienen soll), schafft Frank, wenn auch nicht ganz ohne Rückschläge, tatsächlich den beschwerlichen Weg aus der Abhängigkeit. Eines Tages jedoch erreicht ihn ein Hilferuf aus seiner alten Heimat Buffalo, wo ein irischer Clan seiner polnischen Familie das Geschäft abzugraben versucht. …

Zugegebenerweise ist die Tatsache, von der der ganze Film lebt, an den Haaren herbeigezogen. Es wird wohl nie einen Profikiller geben, der dies in einem Treffen der – in der Realität wohl doch nicht ganz so anonymen – Anonymen Alkoholiker auch gesteht. Aber trotz der Realitätsferne (viele andere Filme sind  auch weit von der Realität entfernt) bleibt der Film positiv in Erinnerung. Man verlässt das Kino mit einem guten Gefühl aber ohne Durst auf ein Bier. Zumindest ist es mir so ergangen. Das war wohl der Einfluss der Anonymen Alkoholiker.

You kill me ist neben einem Film über die Anonymen Alkoholiker auch ein Film mit einem Humor, wie er trockener nicht sein könnte. Selten sieht man Frank, den Ben Kingsley brilliant spielt, lachen. Meist zeigt er einen stoischen Gesichtsausdruck. Dennoch zaubert er aufgrund seiner Schlagfertigkeit immer wieder ein Lächeln in das Gesicht seiner Zuseher. Es gibt eigentlich keinen Schauspieler, der besser für die Rolle des Frank geeignet wäre. Auch wenn Téa Leoni anfangs so gar nicht in den Film zu passen scheint, geben sie und Ben Kingsley nach einer Weile doch ein sehr gut harmonierendes Paar ab. Auch Luke Wilson füllt seine Rolle gut aus, auch wenn ihm in diesem Film nicht allzu viel abverlangt wird. Wir sehen eine solide Leistung seinerseits, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Wer also You kill me ansieht, den erwartet ein Film, der es allein schon aufgrund der Art, wie Ben Kingsley den Alkoholiker Frank spielt, wert ist, gesehen zu werden.