Superhero Movie
© Juli 2008 Thompson

Superhero Movie

Originaltitel: Superhero Movie

The greatest Superhero movie of all time! (not counting all the others)

Director: Craig Mazin
Drake Bell, Sara Paxton, Christopher McDonald, Leslie Nielsen, Ryan Hansen, Pamela Anderson

Runtime: 85 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
USA 2008

Selbst wenn man noch gar nichts von diesem Film gehört hat, sobald man das Filmposter sieht, weiß man, worauf man sich einlässt. Die Ähnlichkeit des Filmposters mit den Postern der ersten drei Teile von Scary Movie ist keine zufällige, stammt doch das Drehbuch aus der Feder von Craig Mazin, der schon bei Scary Movie 3 und Scary Movie 4 für das Drehbuch verantwortlich zeichnete.

Ein Wiedersehen (zumindest hinter der Kamera) gibt es auch mit David Zucker, der schon die ersten (und vermutlich auch besten) Persiflagefilme produziert hat (unter anderem Die Unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug, Top Secret, Die Nackte Kanone). Sollte einem unbedarften Kinobesucher auch zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar sein, was ihn in den nächsten 85 Minuten erwartet, muss er nur noch auf den ersten Auftritt von Leslie Nielsen warten. Von Die Unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug über Die Nackte Kanone, Von allen Geistern besessen und Agent 00 – Mit der Lizenz zum Totlachen bis hin zu Superhero Movie hat er wohl in den letzten 30 Jahren in kaum einem Parodiefilm nicht mitgespielt.

Der Inhalt von Superhero Movie ist schnell erklärt (vor allem wenn man Spiderman kennt): Rick Riker (Drake Bell, ein Tobey Maguire-Lookalike), der größte Loser der Schule, wird bei einem Schulausflug von einer genetisch manipulierten Libelle gebissen (bei Peter Parker war es eine Spinne) und entwickelt daraufhin Superkräfte, die er letzten Endes dazu einsetzen muss, den Superschurken Lou Landers (Christopher McDonald, mit einem von Superman geklauten Charakternamen) davon abzuhalten, den Bewohnern der ganzen Stadt die Lebensenergie zu entziehen. Analog zur Handlung in Spiderman gibt es natürlich auch hier noch eine Liebesgeschichte: es gilt Ricks Nachbarin, die Schulschönheit Jill Johnson (Sara Paxton), zu erobern.

Das Nette an den ersten Persiflagefilmen vor 30 Jahren war, dass die Idee eine neue war und gleich ganze Filmgenres  aufs Korn genommen wurden. Bei der aktuellen Inflation an Persiflagefilmen ist dies nicht mehr möglich und es werden einzelne Filme ausgewählt. Im vorliegenden Fall eben Spiderman. Die Beschränkung auf einen Film führt allerdings zu dem Problem, dass es unmöglich ist, aus einem 120 Minuten langen Original eine 80 Minuten lange Verhökerung zu machen. Daher hat das vorliegende Endprodukt auch eine extrem dünne Story, die sich – zusammengehalten von mehr oder weniger guten Gags – an Spiderman orientiert und einige kurze Abstecher in die Welt der übrigen Kinosuperhelden (Die Fantastischen 4, Batman, X-Men) macht.

Was tut man aber, wenn man am Ende des Drehbuchs noch immer Ideen für Gags übrig hat, diese aber beim besten Willen nicht in die Story integrieren kann? Klar, man macht sich´s leicht, verlängert den Film um gut 5 Minuten und zeigt sie dem Publikum im Abspann.

Alles in allem bleibt Superhero Movie ein Film, der nur Freunde des billigen Lachers begeistern kann, wobei diese wohl aufgrund des Fehlens der von Fäkalwitzen wohl auch eher enttäuscht sein werden. Die wenigen guten Gags sind schnell vergessen und was bleibt, ist ein schaler Nachgeschmack. Man hat alles in dieser oder einer ähnlichen Form schon mal gesehen (und das nicht nur, weil man hoffentlich den Originalfilm kennt).