May you be in heaven a full half hour before the devil knows you're dead. So lautet der irische Spruch, dem der Originaltitel dieses Films zugrunde liegt.

Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen. So lautet Murphys Gesetz.

Murphys Gesetz ist auch die kürzest mögliche Zusammenfassung des vorliegenden Films.

Etwas länger kann man versuchen, den Inhalt des Films wie folgt wiederzugeben: Andy (Philip Seymour Hoffman) und Hank Hanson (Ethan Hawke) sind Brüder, wie sie eigentlich verschiedener kaum sein können. Andy hat sich in seinem Job als Unternehmensberater weit nach oben gearbeitet, verdient sehr gut und scheint glücklich verheiratet. Aber sein Lebenswandel und vor allem seine Drogensucht kosten ihn schon seit geraumer Zeit mehr Geld, als er sich leisten kann. Darüber hinaus hat er sich seit langem immer wieder Geld von seinem Arbeitgeber „geliehen“. Eine angehende Steuerprüfung lässt ihn befürchten, dass seine Unterschlagungen nun ans Tageslicht kommen. Hank hingegen konnte bisher immer nur neidisch auf seinen großen Bruder blicken. Seine eigene Ehe ist schon vor längerer Zeit in die Brüche gegangen, mit seinen Finanzen war es noch nie weit her und mit den Alimenten für seine Tochter ist er üblicherweise ein paar Monate im Rückstand. Als ihm Andy von seinem Plan erzählt, durch einen Überfall zu Geld zu kommen, ist Hank zuerst schockiert, entschließt sich dann aber doch mitzumachen. Schockiert ist er allerdings weniger ob der Tatsache, dass es sich um einen Überfall (und somit um etwas Illegales) handelt, sondern vielmehr, weil Andy plant, den elterlichen Juwelierladen zu überfallen. Aber so einfach Andys Plan auch klingt (Überfall an einem Samstag, denn dann ist statt der Eltern nur eine ältere Angestellte im Laden, rein, die Angestellte bedrohen, Juwelen stehlen, raus, keine Verletzten), so schief geht er dann: Statt der erwarteten älteren Angestellten ist überraschenderweise doch die Mutter Nanette Hanson (Rosemary Harris) im Laden und diese setzt sich aktiv zur Wehr. Das Ende des missglückten Überfalls markieren 2 Leichen ...

Wenn man erst mal über die erste Szene im Film hinweg ist (der Anblick eines nackten Philip Seymour Hoffman beim Sex ist nicht unbedingt der ästhetischste), dann hat man rein optisch das Schlimmste schon hinter sich. Für den Rest des Films bleibt Philip Seymour Hoffman mehr oder weniger komplett bekleidet.

In Episoden wird uns die Zeit rund um den Überfall aus verschiedenen Perspektiven näher gebracht und jede fügt ein weiteres Detail zum Puzzle hinzu, bis dem Zuschauer klar wird, wie bei Andy und Hank die Entscheidung zum Überfall gereift ist und was alles schief lief. Die beiden Hauptdarsteller werden von Regisseur Sidney Lumet sehr gut charakterisiert.

Auch ohne große Spannung – dass der versuchte Überfall in einem Desaster endet, zeigt eine der ersten Episoden – vermag es der Film, den Zuseher in seinen Bann zu ziehen. Es geht im Film weniger um den Überfall sondern vielmehr um die dunkle Seele der Menschen, auch derer, bei denen man gar keinen Schatten an der Seele erwartet, so etwa bei Charles Hanson (Albert Finney), der am Ende des Films aufgrund der zögerlichen Polizeiarbeit das in seinen Augen einzig richtige tut, um den Fall zu einem Abschluss zu bringen.