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Smokin' Aces
© März 2007Thompson
Endlich wieder einmal hatte das Lesen der Inhaltsangabe eines Films in mir so richtig Lust auf Kino geweckt: Der kleine Gangster und mittelmäßige Magier Buddy "Aces" Israel (Jeremz Piven) hat es geschafft, sich auf der Leiter der Spielermafia von Las Vegas fast ganz nach oben zu arbeiten. Allerdings misslingt sein Versuch, die gesamte Macht an sich zu reißen, und er versucht, sich in das Zeugenschutzprogramm des FBI zu flüchten. Das wiederum missfällt natürlich dem großen Mafiaboss Primo Sparazza (Joseph Ruskin) und er setzt alles daran, Buddy Israel aus dem Verkehr zu ziehen. Nachdem man ja normalerweise die Leute am besten mit Geld motivieren kann, setzt er gleich eine Million Dollar als Kopfgeld aus. Die winkende Belohnung zeigt auch Wirkung, denn innerhalb kürzester Zeit machen sich eine ganze Reihe von Profikillern auf den Weg zum Lake Tahoe, um Buddy Israel ins Jenseits zu befördern. Mittendrin ist das FBI, das genau dies verhindern muss, wenn es mit Buddy nicht seinen einzigen Kronzeugen im Prozess gegen Sparazza verlieren will. Wenn zu dieser Action versprechenden Zusammenfassung noch ein schnell geschnittener Trailer im Stil von Guy Ritchies Bube, Dame, König, grAS kommt, dann kann das die Erwartungen nur noch weiter nach oben schrauben. Doch leider kam es dann im Kino so, wie es kommen muss, wenn Erwartungen (zu) hochgeschraubt sind: man wird enttäuscht. Und Smokin' Aces ist hier leider keine Ausnahme. Der Film kann seine Versprechen aus Trailer und Inhalt nicht (ganz) einhalten. Dabei wirkt der Beginn noch vielversprechend: In kurzen, schnellen Schnitten werden uns die wichtigsten Darsteller und ihre Vergangenheit in bester Guy-Ritchie-Manier kurz vorgestellt. Zu diesem Zeitpunkt sitzt man auch noch gemütlich im Kinosessel, denn die großartige, vom Trailer versprochene Action muss jetzt wirklich jeden Moment beginnen. Aber man wartet und wartet und es passiert einfach (zu) wenig. Buddy Israel wird zwischendurch von seinem Leibwächter Ivy (Common) über das auf ihn ausgesetzte Kopfgeld informiert, aber er ist sich seiner Sache (und des Schutzes des FBIs) so sicher, dass er sich lieber eine weitere Line reinzieht und sich zudröhnt. Ab diesem Zeitpunkt marschiert er nur mehr mit einem Stapel Karten, aus dem er - in Anspielung auf den Titel - immer wieder die Asse herausfischt, durchs Bild und trägt kaum mehr zur Handlung bei. Nur gut, dass endlich die Auftragsmörder vor Israels Hoteltür eintreffen und versuchen, auf mehr oder weniger brachiale Art, ihr Geld zu verdienen. Schön langsam kommt doch noch die versprochene Action auf. Beim Versuch in Buddy Israels Suite zu gelangen, sterben - in recht brutalen und detaillierten Bildern - Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes des Hotels, einige FBI-Agenten und natürlich auch einige der Killer. Und dann bereitet man sich im Kinosessel schon auf den großen Showdown vor: Buddy Israel mit seinen drei Leibwächtern verbarrikadiert in der Suite auf der einen und die Profikiller auf der anderen Seite. Von den Killern überlaufen, hetzt dahinter auch das FBI der Suite entgegen. Aber es scheint fast, als ob die Killer spontan keine Lust mehr auf die Million haben und sie ziehen sich - teils verletzt - wieder zurück. Daraufhin marschiert das FBI in Buddys Suite ein und erklärt, dass nichts so war, wie es scheint und alles eigentlich ganz anders ist. Irgendwie sehr unbefriedigend. Auch das Großaufgebot an prominenten Schauspielern (bisher noch nicht erwähnt wurden Ben Affleck, Andy Garcia, Alicia Keys, Ray Liotta und Ryan Reynolds) ist nicht in der Lage, den Streifen wirklich zu retten. Übrig bleibt ein Film, dessen Regisseur (Joe Carnahan) der sich jede Menge Anleihen bei der Regiearbeit von Guy Ritchie geholt hat, es aber nicht schafft, diese so gut umzusetzen wie sein Vorbild. Manche Fans werden durch die gezeigten Splattermovie-Sequenzen zufrieden das Kino verlassen, dem Rest bleibt leider ein etwas schaler Geschmack im Mund zurück. | ||||||