Es ist kein Zufall, dass der deutsche Titel des vorliegenden Films Assoziationen zu Jungfrau (40), männlich, sucht… hervorruft, denn schließlich stammen beide Filme aus der Feder von Judd Apatow. Der englische Titel Knocked up („schwanger sein“) zeigt diese Verbindung, wenn überhaupt, nur ganz subtil auf. Das ist auch gut so, denn eigentlich haben die beiden Filme wenig bis gar nichts miteinander zu tun. War es bei Jungfrau (40), männlich, sucht… noch ein verzweifelter Mann mittleren Alters, der vergeblich versucht hat, (s)eine Angebetete ins Bett zu kriegen, sind wir hier schon einen Schritt weiter:

Der Lebemann und Faulenzer Ben Stone (Seth Rogen), der seit fast 10 Jahren ausschließlich von der Entschädigung lebt, die er nach einem Unfall mit einem Postbus erhalten hat, hat einen One-Night-Stand mit der aufstrebenden TV-Journalistin Alison Scott (Katherine Heigl), die von ihrem eigenen, nicht gerade geringen Gehalt lebt. Um seinem Namen gerecht zu werden, sollte ein One-Night-Stand eben ein solcher bleiben und spätere Treffen sind somit ausgeschlossen. Dennoch lässt sich Alison am nächsten, völlig verkaterten Morgen, als sie sich schon gar nicht mehr erinnern kann, was genau sie in der letzten Nacht an Ben gefunden hatte, für alle Fälle seine Telefonnummer geben. Dass sie diese jemals wählen würde, glaubt sie zu diesem Zeitpunkt nicht. Aber es kommt, wie es kommen muss (sonst wäre dieser Film auch jetzt schon zu Ende): 8 Wochen später stellt Alison fest, dass sie schwanger ist. Man könnte jetzt glauben, dass Alison in ihrer Situation (wir erinnern uns: eine aufstrebende TV-Journalistin, deren Karriere von der Schwangerschaft wohl eher bedroht als gefördert wird) vielleicht an eine Abtreibung denken würde, aber weit gefehlt: selbst als ihre Schwester Debbie (Leslie Mann) eine solche vorschlägt, weist sie jeglichen Gedanken daran entrüstet von sich. Wiederum schrammen wir hier an einem vorzeitigen Ende des Films vorbei. Als nächstes macht sich Alison daran, Ben von seinem Glück zu informieren. Dies passiert weniger in der Hoffnung auf eine finanzielle Unterstützung, als viel mehr aus dem einfachen, moralischen Grund, dass der zukünftige Vater auch wissen sollte, dass er Vater wird. Nach dem anfänglichen Schock beschließen die beiden, dass das Kind in einer Vorzeigefamilie aufwachsen soll und so versuchen zwei Menschen, die nichts, aber auch schon gar nichts gemeinsam haben, zueinander zu finden. Hollywood wäre nicht Hollywood, wenn dies, nach einigen Problemen, nicht auch gelänge …

Alles in allem ist der Film besser, als es die Trailer und vor allem auch die ersten paar Minuten des Films selber erwarten lassen. Das heißt aber nicht, dass der Film überragend gut ist, denn vom Einheitsbrei amerikanischer Komödien kann er sich nur sehr selten abheben. Abheben kann sich eigentlich nur das Thema, das immerhin bewirkt, dass wir es zur Abwechslung mal nicht mit dem amerikanischen High-School-Milieu zu tun haben.