1408 basiert auf einer (Kurz-)Geschichte von Stephen King. Die Liste der Filme und TV-Produktionen, die dieses (in meinen Augen meist fragwürdige) Prädikat tragen dürfen, ist lang. Sehr lang sogar, denn zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels zählt sie 100 Filme. Weitere befinden sich in Produktion und sollen in den nächsten Jahren ins Kino kommen. Filme von Stephen King sind in gewissem Maße immer ein Risiko. Sie können recht gut sein (Misery, Hearts in Atlantis) oder aber sie sind schlecht (The Green Mile, Dreamcatcher, Secret Window). Meist ist ein schlechter Stephen-King-Film daran zu erkennen, dass Aliens und andere Fabelwesen darin vorkommen.

Ohne die Kurzgeschichte zu kennen, fragte ich mich, in welche Kategorie 1408 wohl fallen würde. Dass mit John Cusack und Samuel L. Jackson zwei sehr gute Schauspieler die Hauptrollen übernommen hatten, ließ mich einige meiner Vorbehalte gegen Stephen King vergessen und in positiver Erwartung das Kino betreten.

Wie so oft bei Verfilmungen von Kurzgeschichten (wohl auch aufgrund der mangelnden Länge des Originals) wurde hier nur das Grundgerüst von Kings Erzählung übernommen und einiges eingebaut, das im Original entweder gar nicht vorkommt oder Kings Geschichte sogar widerspricht (z.B. ist Mike Enslin bei King der Autor der erfolgreichen „10 Nächte in Spuk-Häusern/Schlössern/Hotels…“-Reihe, während sich im Film seine Bücher kaum verkaufen und jeder nur sein autobiographisches Erstlingswerk lobt). Das hat der Geschichte aber nicht geschadet, sie ist spannend und für den Zuschauer hat alles seine berechtigte Logik.

Aber nun zum Film: Mike Enslin (großartig gespielt von John Cusack) ist ein Autor, der es sich seit dem frühen Tod seiner Tochter zur Aufgabe gemacht hat, übernatürliche Phänomene zu erforschen und zu hinterfragen. In diesem Licht ist auch seine „10 Nächte in…“-Serie zu sehen. Dabei quartiert sich Enslin in Zimmern ein, in denen es spuken soll. Er versucht dann mittels High-Tech der Sache auf den Grund zu gehen. Allerdings konnte er bei seinen Recherchen noch nie paranormale Aktivitäten finden.

Eines Tages erhält er eine Postkarte mit der Nachricht, das Zimmer 1408 im Hotel „Dolphin“ nicht zu besuchen. „1408: Ein Zimmer im 13. Stock mit der Ziffernsumme 13“, erkennt Enslin auf den ersten Blick und nimmt an, die doppelte 13 sei wohl das Gruseligste an der Geschichte. Aber angespornt von der Postkarte setzt er alles daran, eine Nacht in diesem verwünschten Zimmer zu verbringen. Das kling zunächst einfacher, als es ist, denn der Hotelmanager Olin (Samuel L. Jackson) setzt seinerseits alle Hebel in Bewegung, um Enslin in ein anderes Zimmer umzuquartieren. Er würde es bevorzugen, wenn das Zimmer, wie schon während der letzten Jahre, leer bleiben würde. Der Grund dafür ist, dass dort seit der Eröffnung des Hotels vor 95 Jahren schon mehr als 50 Gäste freiwillig aus dem Leben geschieden sind. Enslin kann sich erst nach harten Diskussionen durchsetzen. Was ihn dann wirklich in Zimmer 1408 erwartet, sieht man dann etwa 90 Minuten lang auf der Leinwand …

Auch wenn in Hinweisen auf diesen Film neben John Cusack auch Samuel L. Jackson und Tony Shalhoub erwähnt werden, so ist der Film dennoch eigentlich eine One-Man-Show von Cusack. Tony Shalhoub ist nur rund 2 Minuten lang im Bild, während Samuel L. Jackson immerhin fast 10, sehr eindringliche Minuten lang sein schauspielerisches Können unter Beweis stellen darf. Es ist jedoch John Cusack, der es versteht, dem Film Leben einzuhauchen. Er schafft es, den Zuschauer trotz der zwangsläufig dünnen Story an die Leinwand zu fesseln und ihn mitzittern zu lassen. Ohne Cusack wäre der besprochene Film wohl nur ein mittelmäßiger Horrorfilm, denn für echte Fans der Szene (also Fans der Saw-Serie oder Hostel) spielt sich hierbei zu viel im Kopf des Zuschauers und zu wenig direkt an der Leinwand ab.
