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Van Helsing
© Mai 2004 Aleks
Das Jahr 2004 scheint wohl inoffiziell von Hollywood zum 'Jahr des Action-Horrors' ausgerufen worden zu sein. Nachdem schon Underworld Ende letzten Jahres einen kleinen Vorgeschmack darauf gegeben hat, kommen wir heuer in den Genuß solcher Knüller wie Dawn of the Dead, Resident Evil 2, Alien vs Predator, Hellboy und eben Van Helsing. Das Wort 'Knüller' ist in diesem Genre jedoch mit Vorsicht zu genießen, bedienen doch solche Filme eine eher schmale Zielgruppe, die, ob der dargeboten Action lachend und mit glasigen Augen, Ihre Helden auf der Leinwand anbeten, wobei dem restlichen Teil der Besucherschaft der Zauber dieser Art des Films eher verborgen bleibt und man verzweifelt jedes Körnchen Handlung zusammensuchen und alsbald auch schon das Handtuch werfen muß. Soviel, werte Leserschaft, sei hiermit auch schon verraten: Sparen Sie sich die Mühe, eine Handlung zu erahnen. Es gibt zwar eine, aber die lässt sich in zwei Sätzen zusammenfassen und lautet wie folgt: Van Helsing, der Gute, wird vom Vatikan, dem klerikalen Secret Service des 18. Jahrhunderts, nach Transylvanien geschickt, im Schlepptau Handwerksmönch & Komödientrottl Carl (der Q von vor 150 Jahren), um dort der schönen Anna Valerious beizustehen, die die letzte Bastion wider Dracula darstellt, der eifrig an seiner Nachkommenschaft brütet, und die Welt erobern will (so vermuten wir zumindest). Sehen Sie? Sogar ein Satz war ausreichend. Was nach einer kurzen Einführung in das Handwerkszeug Van Helsings mittels eines Intermezzos mit Dr. Hyde in Paris beginnt, setzt sich 120 Minuten lang auch artig über den gesamten Filmverlauf fort: Action, coole Sprüche, stylische Auftritte, Special FX (State-of-the-Art versteht sich), wahnwitzige Action und ein Held dem nie die Puste und einer Heldin, der nie der Halt ihrer Frisur verloren geht. Überraschenderweise gefällt genau dieser lockere Action-Mix: solides Schauspiel, atmosphärischer Score, das Setting wurde fein aufbereitet, Werwölfe & Vampire perfekt umgesetzt, fliegende Harpien-ähnliche Vampire unglaublich animiert, schön ausgedachtes Pseudo-Equipment eingesetzt und schon merkt man bald gar nicht mehr, wie die Zeit vergeht. Nach 130 Minuten sitzt man ausgezeichnet amüsiert im Stuhl und wartet gut gelaunt auf ein schön gemachtes Ende. Doch die feine Klinge des gesamten Filmes wird wie mit einem Vorschlaghammer schlußendlich zertrümmert. Selten habe ich einen so miesen, einfallslosen und kitischigen Schluß gesehen, der schon mal mindestens so deplaziert wirkt, wie Dracula pflückend in der Blumenwiese, und man händeringend die Einfallslosigkeit der Drehbuchautoren verflucht, denen offenbar schon nach einer halben Seite Handlungsanweisung tatsächlich jegliche Schlußinspiration gefehlt hat. Was solls. Das Resümee ist eindeutig ein positives. Der Film bedient alle Fans des Genres und Action Liebhaber schon alle mal. Handlungsfetischisten sollten besser einen großen Bogen um dieses Schauspiel machen und sich noch einmal 'Big Fish' oder vergleichbares zu Gemüte führen, denn hier habt ihr wirklich nichts verloren. | ||||||