Hart am Limit
© Februar 2003 Thompson

Torque

Originaltitel: Torque



Director: Joseph Kahn
Martin Henderson, Ice Cube, Monet Mazur, Jay Hernandez, Will Yun Lee, Matt Schulze

Runtime: 81 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
USA 2004



Für die ganz Eiligen: der Film ist schlecht. Er ist sogar dann schlecht, wenn man, so wie ich, mit niedrigsten Erwartungen ins Kino geht. Keine Handlung, steife Schauspieler und das alles wird nur noch getoppt von schlechten Special Effects.

Aber zur Handlung: Wie aus dem Nichts taucht nach 6 Monaten in Thailand Cary Ford (Martin Henderson) wieder auf. Mitsamt seiner Aprilia-Kluft, auf der in großen Lettern Carpe Diem prangert. Er ist auf dem Weg zu seiner noch Ex-Freundin Shane (Monet Mazur), die aber bald wieder seinem Charme erliegen wird. Und der Grund, warum er das macht, ist ein Edler: Er ist nämlich vor einem halben Jahr vor dem Drogendealer Henry (Matt Schulze) geflohen, nachdem er zuvor mehrere mit Drogen gefüllte Motorräder versteckt hat. Das Ganze wird dann noch kurzfristig durch einen Mord am Bruder des rivalisierenden Bandleaders Trey (Ice Cube) und das Eingreifen des FBI etwas verkompliziert...

Diese kurze Zusammenfassung lässt den Film schon erahnen. In Grundzügen ähnelt er The Fast and the Furious, nur fehlt es ihm zum einem an charismatischen Darstellern (zumindest reicht keiner an die Leistung Vin Diesels heran) sowie im Prinzip auch an der Story. Denn Josef Kahn als Regisseur und Matt Johnson als Drehbuchautor sind wohl davon ausgegangen, dass es genügt, Motorradklischee an Motorradklischee und Rennsequenz an Rennsequenz zu hängen und damit den Zuseher gebannt im Sessel kleben bleibt und gar nicht anders kann, als sich auf die Leinwand konzentrieren. Aber für jeden, der genug IQ hat, um von alleine ins Kino und auch wieder heim zu finden, ist das einfach beim besten Willen zu wenig.

Die Schauspieler scheinen sich aber redlich anzustrengen. Ice Cube allerdings schaut den ganzen Film nur böse, Jaime Pressly als heiße Bikerbraut hat nur eine oder zwei Sprechstellen und verbringt den Rest des Films damit, sich lasziv die Lippen zu lecken. Ähnliches gilt auch für Martin Henderson und Monet Mazur. Aber mit einem so schlechten Skript, wie es hier vorliegt, nützen auch der beste Wille und die Tatsache, dass man sein Bestes gibt, nicht viel.

Kommen wir nun zu den Special Effects. Der Film fängt mit einer eindrucksvollen Sequenz an: es ist schon eine Weile her, dass in einer so detailreichen Anfangssequenzen Namen der Haupt- und Nebendarsteller gezeigt wurden. Doch leider beginnt gleich darauf eine konstante Talfahrt der Special Effects, die im großen Showdown endet. Dieser stammt ganz offensichtlich aus der Retorte und irgendwie scheint das Geld auch nicht mehr gereicht zu haben, ihn detailreich zu machen. Dieser Teil schaut aus, als ob er direkt von einem Computerspiel übernommen worden wäre. Mit einem Unterschied: im Computerspiel hätte man die Animationssequenz gelobt, hier aber muss ich sagen, für einen Kinofilm ist das Ergebnis zu schlecht. Entweder die Zeit oder das Geld (oder beides) haben hier gefehlt, um das Ganze einigermaßen realistisch zu gestalten.

Somit ist Hart am Limit ein Film maximal für Motorradfanatiker. Aber auch nur dann, wenn sie keinen Wert auf eine sinnvolle Story legen.