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Ein Duke kommt selten allein
© September 2005 Thompson
Zu meiner großen Überraschung ist der Titel des vorliegenden Films hierzulande (sprich in Österreich) kaum jemandem ein Begriff. Ich zumindest kannte die von 1979-1985 in Amerika gedrehte Serie und fand sie spitze. Als ich von der Verfilmung gehört hatte, war ich ziemlich skeptisch, ob es denn überhaupt möglich wäre, die schon in der Originalserie nur sehr spärlich vorhandene Handlung (alles drehte sich hauptsächlich darum, dass die Duke-Cousins mit ihrem Auto vor den County-Sheriffs fliehen und zumindest einmal pro Folge einen Fluss mangels Brücke eben springend überqueren mussten) so weit zu strecken, um daraus einen abendfüllenden Spielfilm von knapp über 100 Minuten Länge zu machen. Ein erster negativer Eindruck stellte sich ein, als ich feststellen musste, dass die Handlung des Films in die Gegenwart verlegt wurde. Für mich war dies eine Überraschung, denn "General Lee" (das von den Dukes gefahrene Auto) hatte schon zur Zeit der TV-Serie 10 Jahre auf dem Buckel und ist jetzt ein 36-jähriger Oldtimer. Zugegeben, von seinem Coolness-Faktor hat der alte Dodge Charger noch immer nichts eingebüßt, aber trotzdem sah er irgendwie deplatziert und verloren aus unter all den neuen Autos. Hätte man einen aktuellen Dodge Charger genommen (ja, Dodge baut immer noch Chargers; und das seit über 40 Jahren!), hätte wohl ein wichtiger Wiedererkennungsfaktor der Serie gefehlt, so aber hat man sich meiner Meinung nach die Sache zu leicht gemacht. Ein Setting in der Vergangenheit (also Anfang der 80er Jahre) hätte meiner Ansicht nach mehr dazu beigetragen, das Flair der Serie auch im Kino wiederauferstehen zu lassen, denn der Film präsentiert zwar alle Zutaten der Serie, ist aber nicht in der Lage, die selbe Stimmung zu erzeugen (und ich glaube nicht, dass das nur daran liegt, dass ich jetzt älter geworden bin). Drehbuchautor John O'Brien hat es bei Starsky & Hutch auch geschafft, eine alte Serie erfolgreich in einen recht guten Kinofilm zu verwandeln, ohne die Handlung in die Gegenwart verlegen zu müssen, warum also bei Ein Duke kommt selten allein nicht? Wollte er vermeiden, dass man ihm eine Wiederholung des erfolgreichen Rezeptes vorwirft oder war er wirklich der Meinung, dass es so besser passen würde? Wie schon oben erwähnt, die Charaktere der Serie sind alle vorhanden: allen voran natürlich General Lee, Bo (Seann William Scott) und Luke (Johnny Knoxville) Duke, ihre Cousine Daisy (Jessica Simpson) und Onkel Jesse (Willie Nelson) sowie ihre Gegenspieler Sheriff Rosco P. Coltrane (M.C. Gainey) und Boss Hogg (Burt Reynolds). Es ist nicht wirklich überraschend, dass Luke in der Person Johnny Knoxvilles die meisten Stunts hinlegt, immerhin ist dieser ja für seine Stunts aus Jackass bekannt, während Bo Duke immer am Steuer sitzt. Wenn ich mich recht erinnere, haben sich die beiden in der TV-Serie noch am Steuer abgewechselt. Alles was Jessica Simpson hier im Film zu tun hat, ist ihre - zugegeben gute - Figur möglichst vorteilhaft zu präsentieren. Sie darf zwar auch einige wenige Sätze sprechen, aber ist genauso wie Willie Nelson, der ausschließlich schlechte Witze erzählt, nichts anderes als eine kleine Nebenrolle. Und Boss Hogg ist natürlich böse und seine Sheriffs sind inkompetent. Nachträglich betrachtet war der Film eigentlich eine Enttäuschung. Die Story (die hab ich noch gar nicht erwähnt: Boss Hogg will in Hazzard County im Tagbau Kohle abbauen und die Dukes müssen das verhindern) ist dünn und es gibt mehr Löcher in der Handlung als Handlung selbst. Der größte Teil des Films besteht aus verschiedenen mehr oder weniger amüsanten Verfolgungsjagden aus denen General Lee immer als Sieger hervorgeht. Und im Abspann, der wegen seiner Hoppalas eigentlich sehenswerter ist als der restliche Film, sieht man, dass die einfach und anmutig aussehenden Sprünge des Wagens alles andere als das waren. | ||||||