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Ring
© Thompson 2003 Thompson
Fast schon komme ich mir als Ignorant vor, wenn ich Kritiken über diesen Film lese. Denn jede dieser Kritiken erwähnt nicht nur, dass The Ring das Remake eines japanischen Filmes (Ringu im Original) ist, sondern auch, dass dieses Original um Klassen besser ist als der hier von mir rezensierte Film. Entweder ich bin also wirklich ein Ignorant, oder aber Ringu lief überall im Kino, nur gerade dort nicht, wo ich mich befunden habe. Allerdings habe ich mich dann auch in meinem Bekanntenkreis umgehört und festgestellt, dass auch dort keiner das Original gesehen hatte.
Vielleicht sollte manches Lob, das ich nun diesem Film zukommen lassen werde (und ich kann jetzt schon sagen, dass ich ihn loben muss), eher dem Original zugeschrieben werden, als diesem Film, aber das mindert das Kinoerlebnis sicherlich nicht. The Ring ist für mich jetzt schon eine der großen Überraschungen des noch recht jungen Kinojahres und das, ohne dass ich mich unbedingt zu den großen Freunden des Horrorgenres zählen kann. Dabei geht es um ein Videoband, das jeden, der es sieht, dazu verdammt, innerhalb einer Woche zu sterben. Bei der Beisetzung ihrer Nichte Katie erfährt die Journalistin Rachel (Naomi Watts) von jenem ominösen Videoband, das bisher als Urban Legend abgetan wurde. Bei näherer Nachforschung muss sie feststellen, dass auch die 3 Schulkollegen Katies, die mit ihr zusammen das Videoband angeschaut hatten am gleichen Tag zu gleicher Stunde ums Leben gekommen sind. Und so macht sie sich dann zuerst auf die Suche nach dem Band und dann auf die Suche nach dessen Herkunft. Recht schnell schafft sie es, das Band aufzutreiben und sie schaut es sich auch gleich an. Aber dann nimmt das Schicksal seinen Lauf... Anfangs lässt der Film ja schon Schlimmes erwarten. Das Zwiegespräch der beiden Jugendlichen (hier ist vor allem Amber Tamblyn aufgrund ihrer schauspielerischen Leistung besonders hervorzuheben) lässt kurzfristig die Befürchtung aufkommen, es handelt sich hier um einen weiteren Film der Reihe der Teenie-Horrorfilmchen, derer die Welt schon genug gesehen hat. Aber schon bald wird eines klar: der Film will Ernst genommen werden. Weitere Jugendliche kommen auch nicht mehr vor. Die einzige Person, die mich in diesem Film etwas gestört hat, ist Rachels sechsjähriger Sohn Aidan (David Dorfman), der so wirkte, als ob er direkt vom Dreh zu Sixth Sense gekommen wäre: zu erwachsen für sein Alter und parapsychologisch begabt (ohne dass das jemals eine Rolle in diesem Film spielt). Die von Naomi Watts und Martin Henderson (als Noah) getragenen Hauptrollen sind gut besetzt und die Leistung der beiden ist recht überzeugend. Auch die Kameraaufnahmen sind ausgezeichnet gelungen. Es gibt sowohl die extremen Nahaufnahmen (typisch für Horrorfilme, denn der Zuseher fühlt sich etwas außen vor gelassen und befürchtet etwas zu übersehen) als auch imposante Landschaftsaufnahmen. Regisseur Gore Verbinski gelingt es hier ausgezeichnet, Stimmung zu schaffen. Was leider zumindest im Nachhinein etwas zu wünschen übrig lässt, ist die Konsistenz der Handlung. Während des ganzen Filmes hat man eigentlich nicht die Zeit, darüber nachzudenken, aber wenn man nachher ein bisschen zu denken anfängt, fallen einem ein paar Lücken im Plot ein. Aber das mindert das Kinoerlebnis auf keinen Fall. Der Film schafft auch eines, woran viele andere Horrorfilme scheitern, nämlich den Spannungsbogen so zu konstruieren, dass der Kinobesucher ist von der ersten Minute an bis zum Ende gefesselt. Hier gibt es keine ruhige Minute für den Zuseher, ständig ist die Spannung am Steigen und den Höhepunkt wird sie erst in den letzten Minuten des Films erreichen. Nicht früher. Und bis dahin ist der Zuseher gefesselt. | ||||||