Solaris
© März 2003 Aleks

Solaris

Originaltitel: Solaris

There are some places man is not ready to go

Director: Steven Soderbergh
George Clooney, Natascha McElhone, Viola Davis, Jeremy Davies

Runtime: 99 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
USA 2002

Überlegt man sich je fünf Filme zum Genre anspruchsvolle und kommerzielle Weltraum-Science Fiction, dann kommt man bei ersterem gehörig ins Stottern, denn seit '2001: Odysse im Weltraum' hat sich in diesem Bereich nicht wirklich viel getan. Umso mehr wird es Freunde dieses Genres in den Fingern jucken, sich dieses Mal ein Ticket zu kaufen, denn Solaris, basierend auf dem gleichnamigen Buch von Stanislav Lem, zeigt sich als ein tiefgehendes, ruhiges und getragenes Schauspiel über Verlust, Trauer und dem nicht loslassen können von einem geliebten Menschen.

Zentraler Charakter ist Chris Kelvin (George Clooney), seines Berufsstandes Psychiater, dessen Frau Rheya (Natascha McElhone) sich aufgrund von Depressionen und einer leichten geistigen Instabilität (ein interessanter Zynismus) vor ein paar Jahren das Leben nahm. Ihren Tod hat Kelvin nie wirklich überwunden, plagen ihn doch starke Schuldgefühle und Selbstzweifel, die jeden Tag zum Kampf mit sich selbst erscheinen lassen.

Überraschend kommt somit der Auftrag, sich auf die Station 'Prometheus' um den Planeten Solaris zu begeben, da sich dort mehrere seltsame Vorkommnisse ereignet haben, die sogar zum Selbstmord eines Mitglieds der Stationscrew geführt hatten. Dort angekommen befinden sich nur mehr zwei 'Überlebende' an Bord, die sich beide recht seltsam und gestört gegenüber Chris verhalten, inklusive zweier Toter in Plastiksäcken in der Kühlkammer. In der ersten Nacht träumt Chris recht intensiv von seiner ersten Begegnung mit Rheya und staunt nicht schlecht, als diese am nächsten Morgen neben ihm im Bett liegt und in anlächelt...

Schon in den ersten Minuten sollte einem klar werden, dass hier keine Action und keine schnellen Schnitte zu erwarten sind. In bedrückenden Bildern wird einem vor Augen geführt, wie trist das Leben des Chris Kelvin verläuft und wie sehr er jeden Tag mit dem Verlust seiner Frau zu kämpfen hat. Umso dramatischer die erste Begegnung mit Rheya auf Solaris, die er auch gleich kurzerhand aus der Luftschleuse ins Weltall befördert. Doch ein zweites Mal ist er dazu nicht fähig und er sieht sich selbst hineingesogen in einen Konflikt zwischen Realität und Sehnsucht, zwischen dem Glauben an den Tod seiner Frau oder die Flucht hin zu jenem Trugbild, das so lebendig vor ihm steht. Alles überstrahlend jedoch der sehr schön animierte Planet Solaris, der als die große Erlösung in jedem Fenster der Raumstation prangt.

Unterstrichen wird die Handlung durch einerseits sehr ruhige, musikleere Szenen, in denen Geräusche der Station Untermalung genug sind, und andererseits durch das langsame Musikthema des Films, das zusätzlich die Handlung sehr unwirklich erscheinen lässt, und stellenweise die Trennlinie zwischen Realität und Wachtraum allzuleicht verwischt.

Kurzum, ein absolutes MUSS für Freunde des tiefergehenden Films. Lesern, denen bei dieser Kritik schon langweilig geworden ist, sollten besser die Augen davon lassen.