Der Fluch der Karibik
© August 2003 Thompson

Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl

Originaltitel: Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl

Prepare to be blown out of the water.

Director: Gore Verbinski
Johnny Depp, Orlando Bloom, Geoffrey Rush, Keira Knightley, Jonathan Pryce

Runtime: 143 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
USA 2003



Nicht nur ist heuer das Jahr der Fortsetzungen (bisher hatten wir Matrix, Terminator, X-Men und Drei Engel für Charlie um nur einige zu nennen), sondern es wiederholt sich wieder einmal das alte Spiel, dass immer wieder zwei Filme mit ähnlicher Geschichte ins Kino kommen.

Diesmal gibt es jedoch einen Unterschied: denn während der erste Film (Sinbad) ein Zeichentrickfilm und von Dreamworks war, ist der zweite, der hier besprochene Fluch der Karibik, ein Realfilm (mit Staraufgebot) und von Disney.

Einerseits kann man die beiden Filme genau aus diesem Grund nicht wirklich vergleichen und andererseits muss man es doch fast. Zu ähnlich ist das Grundgerüst der Handlung: im einen (Sinbad) kommt ein Pirat vor, der gegen eine Göttin ankämpfen muss, um das Leben seines Jugendfreundes zu retten und seine Liebe zu finden und anderen (der Fluch der Karibik) verbünden sich der Pirat Jack Sparrow (Johnny Depp) und Will Turner (Orlando Bloom - ja, Legolas vom Herrn der Ringe) um Elisabeth Swann (Keira Knightley), aus den Händen der Piraten zu retten. In beiden Fällen sind die Frauen schon einem Mann versprochen und dennoch entscheiden sie sich am Ende doch für die Liebe... Und in beiden Fällen zeigen die Männer, denen sie eigentlich versprochen waren kaum eine Gefühlsregung, sondern murmeln höchstens etwas in die Richtung "wenn das deine große Liebe ist, dann will ich dir nicht im Wege stehen". Ist das im richtigen Leben auch so und nur mir noch nie passiert oder war damals die Liebe einfach kleiner? Aber wir sind hier ja im Kino und da sollte ich nicht so kritisch sein.

Der Rest der Handlung ist recht schnell erzählt: Kapitän Barbossa (Geoffrey Rush) entführt Elizabeth, um mit Hilfe ihres Blutes einen über 10 Jahre währenden Fluch aufzuheben, unter den seine Piraten der Gier wegen geraten sind. Dieser hat sie seitdem zu Untoten gemacht, die nur des Nachts im Mondschein ihre wahre Form zeigt: nämlich Skelette. Will Turner verbündet sich mit dem zwar schlechtesten, aber bekanntesten und wenn man seinem eigenen Ego glauben darf, auch größten Piraten der Südsee, nämlich Jack Sparrow und macht sich auf, seine Geliebte zu retten.

Die Handlung ist zum größten Teil auch spannend genug, dass es dem Zuseher nicht langweilig wird. Einzig und allein einige der Kampfszenen sind dauern etwas lange, Das wird aber durch das geniale Spiel und die Sprüche Johnny Depps mehr als wettgemacht. Er ist es auch, der den ganzen Film zusammenzuhalten vermag, auch wenn ein großer Teil der (weiblichen) Zuseher wohl auch wegen Orlando Bloom die Kinokarte kaufen werden.

Viel Geld, und etwas anderes kann man bei Jerry Bruckheimer als Produzenten auch gar nicht erwarten, ist neben der wirklich berauschenden Kulisse auch in die Spezialeffekte geflossen. Hier bleiben vor allem die Skelette auch noch nach dem Kinobesuch in lebhafter Erinnerung. Sie sind wirklich überzeugend gelungen und auch die Übergänge von Fleisch zu Knochen lassen nichts zu wünschen übrig.

Was unterm Strich bleibt, ist eine Empfehlung fürs Kino. Dies ist sicher nicht der beste Film des Jahres, aber es ist auch bei weitem nicht der schlechteste. Über zwei Stunden gutes Popkornkino und eigentlich kein Kitsch können sonst nicht in allzu viele Filmen versprechen.