Matrix 3 - Revolutions
© Dezember 2003 Aleks

Matrix Revolutions

Originaltitel: Matrix Revolutions

Everything that has a beginning has an end.

Director: Andy Wachowski, Larry Wachowski
Keanu Reeves, Carrie-Anne Moss, Laurence Fishburne, Jada Pinkett Smith, Lambert Wilson

Runtime: 129 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
USA 2003

"Everything that has a beginning has an end." oder sollte es nicht besser: "Es ist vollbracht!" heißen? Die Matrix Trilogie hat, Gott sei Dank, ihr Ende gefunden und so steht man nun als einstiger Matrix Fan recht fragend vor dem Kino, und versucht zu verarbeiten, was sich denn nun wirklich auf der Leinwand abgespielt hat, denn das kann ja wohl nicht wirklich alles gewesen sein. Oder doch? Wie schon in meiner Kritik zum zweiten Teil pflanzt sich der philosophisch/mythologische Brei nur mehr sehr dünn durch diesen Teil fort. Blitzlichtartig kommt es zu einem Treffen mit den Frenchman und Persephone (die kaum zu glauben genau einen Satz sagen und dafür etwas länger ihr Dekoltee in die Kamera halten darf), das Orakel orakelt wie immer munter vor sich hin, diesmal jedoch mit einem viel ernsteren Gesichtsausdruck als bisher) und der Architekt darf ganz zum Schluß auch noch einen Satz sagen.
Und dazwischen?
Dazwischen wird geballert und geschossen, gestorben und vernichtet. Der Angriff der Sentinels auf Zion artet in eine bildtechnisch beeindruckende High-Tech Schlacht sondersgleichen aus. Ein verzweifelter Durchbruch eines Schiffes mit der letzten EMP Bombe an Bord mutet zu einem elendslangen Tunnelflug an, der begleitet durch viel Pathos und Heldenmut selbst Nebendarstellern einen kurzweiligen Sinn zu geben vermag. Die Hoffnungslosigkeit, gegen eine solche Übermacht zu bestehen, kommt hingegen sehr überzeugend an, und schafft es so die sehr lange Schlachtszene durchaus in spannend zu halten.
Und Neo?
Neo. The One. Selten sah man Keeanu Reeves so vor den Kopf gestoßen, wie diesmal. Den Charakter des Neo scheint er diesmal einfach nicht ausfüllen zu können, zeigt er uns doch hauptsächlich sein ausdrucks- und emotionslosestes seiner Gesichter. Auch rein storytechnisch scheint Neo durch die vielen Matrix-Trips etwas die Intelligenz abhanden gekommen zu sein, versucht er doch aus einer U-Bahn Station auf höchst "clevere" Art & Weise zu entkommen beziehungsweise versteht er die ständigen Anspielungen des von Agent Smith übernommenen Menschen nicht, der mit einem Elektrostrahler in der Hand ständig "Mister Anderson" ruft und sogar die Stimme von Agent Smith hat.
Ebenso bedeutungslos wie vorhersehbar ist das Ende von Trinity, die Neo zur Stadt der Maschinen begleitet und dort durch einen Unfall stirbt. Die fast fünf minütige Sterbeszene ist eindeutig zu lang und inhaltsarm, ja schon fast emotionslos, als dass man das hätte so platt treten müßen. Fast schon in "Trance" macht sich Neo dann auf, die Stadt zu betreten und vereinbart mit den Maschinen einen Nicht-Angriffspakt, um der virusartigen Bedrohung von Agent Smith Herr zu werden. Es folgt ein abermals technisch beeindrucker Kampf zwischen den beiden, der ein leicht unklares Ende in dem Sieg von Neo findet.
Das war alles?
In Grunde, leider ja. Im Gegensatz zum zweiten Teil verzichteten die Wachowski-Geschwister diesmal fast gänzlich auf jegliche Bullet-Time Sequenzen. Doch leider reichte auch deren Kreativität nicht wirklich aus, ein geeignetes Substitut zu finden. So erlebt man abermals eine wenig aufregende Neuauflage der Lobby-Szene mit Einbeziehung der Decke und viele pathetische Paltitüden, aufgesagt wie Psalme in einer Messe anhand eines ständigen Intonierens von: "Everything that has a beginning has an end.", "Neo is the One!", "Neo, you know what you have to do." oder "Neo, you know where you have to go.". Dumm und inahltslos, gab es doch selten so schlechte Dialoge in einem Film dieser Klasse. Enttäuschend in jeder Hinsicht auf das große Ganze, aber zumindest als bloßer Actionfilm einigermaßen unterhaltsam.
Somit findet in Matrix: Revolutions nicht nur die Trilogie selbst, sondern auch gleich der Zauber der Matrix ein höchst unrühmliches Ende, herbeigerufen durch zwei vollkommen sinnlose (zusätzliche) Teile. Ich persönlich bevorzuge eine Auszeit von der Matrix und jeglichen Matrix-verwandten Themen und versuche es in ein paar Jahren nocheinmal. Jedoch, eine Ausnahme sei mir gestattet: Die Animatrix, als wohl bestes Produkt der Matrix Macher, möchte ich in Bild und Soundtrack jedem eindringlichst ans Herz legen.
Habe fertig.