Matrix 3 - Revolutions
© November 2003 Thompson

Matrix Revolutions

Originaltitel: Matrix Revolutions

Everything that has a beginning has an end.

Director: Andy Wachowski, Larry Wachowski
Keanu Reeves, Carrie-Anne Moss, Laurence Fishburne, Jada Pinkett Smith, Lambert Wilson

Runtime: 129 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
USA 2003



So. Jetzt hat er also auch endlich die Kinos (sowohl normale als auch IMAX-Kinos) erreicht, der dritte Teil der Matrix. Mittels eines logistischen Kraftakts sogar in 70 oder mehr Ländern der Welt gleichzeitig. Auf die Minute genau. Europa war glücklicherweise noch recht gut bedient, denn startete der Film zum ersten Mal um 15:00 Uhr. Amerika hatte mit Startzeiten am frühen Morgen etwas weniger Glück.

Geredet wurde ja heuer schon viel von der Matrix. Und nicht nur Gutes. Vor allem nach dem zweiten Teil war der grundlegende Tenor (sowohl von Kritik als auch von Fans) etwas gedämpft. Die hohen Erwartungen konnten nicht erfüllt werden und da es die erste Hälfte eines Zweiteilers war, verließ man das Kino mit einem seltsamen Gefühl der Leere. Das sollte sich jetzt nach Matrix Revolutions alles ändern. So sah zumindest der Plan aus.

Der Zuseher wird auch gleich ohne langes Aufwärmen mitten ins Geschehen geworfen. Es gibt kein "Was bisher geschah..." oder ähnliches. Wer den zweiten Teil nicht gesehen hat, wird wohl manchmal etwas irritiert sein. Angefangen wird just an dem Punkt, an dem Teil 2 aufgehört hat.

Zuerst liegt Neo (Keanu Reeves) - als Nachwirkung vom Stoppen der Sentinels im zweiten Teil - im Koma und hängt einerseits zwischen Leben und Tod und andererseits zwischen Realität und Matrix, dann muss die letzte Menschenbastion Zion - wie schon bei Matrix Reloaded angekündigt - vor den herannahenden Sentinels verteidigt werden und schlussendlich will auch Agent Smith (Hugo Weaving) noch bekämpft und besiegt werden. Ein voller Terminkalender für Neo also.

Aber auch wenn die Trilogie nun (endlich) abgeschlossen ist, die Diskussionen und Irritationen werden wohl nicht so schnell verstummen. Denn zuviel wurde in Matrix Reloaded angesprochen und zuwenig davon (um nicht zu sagen gar nichts) taucht bei Matrix Revolutions wieder auf. Manche Sachen klangen vor einem halben Jahr noch total wichtig ("It's all about choice", die zentrale Aussage des Architekten zum Beispiel, oder die Idee, die Matrix einfach neu zu starten), tauchen hier aber überhaupt nicht mehr auf. Weder die Aussage, noch der Architekt (abgesehen von einem Kurzauftritt am Ende des Films).

Auch was die Ästhetik betrifft, liegen Welten zwischen Reloaded und Revolutions. War einer der Kritikpunkte bei Reloaded noch die übertriebene Verwendung all jener Stilelemente, die Matrix (Teil 1) zum Kultfilm machten (unzählige Bullet-Time-Sequenzen, ungezählte Momente in Slow-Motion, endlose Kung-Fu-Kämpfe) so scheinen sich die Wachowski-Brüder dies zumindest zu Herzen genommen zu haben. Es gibt zwar hin und wieder ein paar eingestreute Kämpfe (meist optische Wiederholungen aus Teil 1), aber keine einzige Sequenz mit Bullet-Time und glücklicherweise wird uns auch Bullet-Trail erspart.

Wenn man den Film bis aufs Äußerste zerpflückt, dann wird man feststellen, dass das, was man hier vor sich hat, bis auf den Titel mit dem Original nicht mehr allzu viel gemeinsam hat, sondern dass man es hier mit einem (mehr oder weniger) ordinären Actionfilm zu tun hat. Nicht einmal an die Hauptdarsteller fühlt man sich als Kinobesucher sonderlich gebunden. Vor allem Neo stolpert hier noch viel verwirrter als noch beim Matrix Reloaded im Set herum und scheint selten bis nie wirklich eine Idee davon zu haben, was er jetzt eigentlich machen könnte. Von "The One" und dem Erlöser der Menschheit scheint nicht viel da zu sein. Zugegeben, am Ende des Films darf er noch minutenlang gegen Smith kämpfen, aber ansonsten verbringt er wenig Zeit auf der Leinwand und auch im Endkampf wird ihm von Agent Smith die Show gestohlen.

Von der ursprünglichen Matrix blieb hier nicht mehr viel übrig, aber der abschließende dritte Teil wird zumindest diejenigen Fans, die diesen Teil nicht verweigern, etwas versöhnter aus dem Kino kommen lassen. Dennoch wäre es mit Sicherheit besser gewesen, die Matrix schon nach dem grandiosen ersten Teil abgeschlossen sein zu lassen. Besser als der zweite Teil, aber bei weitem nicht so gut wie das Original.