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Matrix: Reloaded
© Juni 2003 Thompson
Schneller, weiter, höher (und besser).
Das ist nicht nur das Motto der olympischen Spiele, sondern wohl auch der Auftrag der Geldgeber an Drehbuchautoren eines eventuellen zweiten Teils eines jeden Films. Offiziellen Angaben (die jedoch erst nach dem Überraschungserfolg des ersten Teils veröffentlicht worden waren) war The Matrix von Anfang an als Trilogie geplant gewesen, jedoch war das Geld für die Umsetzung der beiden ausstehenden Teile erst nach dem Erfolg von Teil eins verfügbar. Wie dem auch sei, die Brüder Wachowski, ihres Zeichens Masterminds hinter allem, was mit der Matrix zu tun hat (Drehbuch, Regie und Produzenten aller drei Teile, aber auch des Anime-Ablegers The Animatrix und des Computerspiels Enter the Matrix) haben die gar nicht so kleine Fangemeinde des Überraschungserfolges von 1999 vier lange Jahre auf den zweiten Teil warten lassen. Zum Glück (auch im Hinblick auf das hier vorliegende sehr offene Ende) erwartet und der dritte und abschließende Teil schon in einem halben Jahr. Zunächst liegt aber der zweite Teil vor und wartet auf eine Wertung. Schneller, weiter, höher... The Matrix hat Kinogeschichte geschrieben. Zum ersten Mal wurde der westlichen Kinowelt der Einsatz von Wire-Action gezeigt; die Special Effects Bullet-Time (das Einfrieren der Szene mit einer 360°-Kamerafahrt rundherum) und Bullet Trail (das Sichtbarmachen der Kugeln) sind inzwischen auch allen bekannt. 1999 waren diese Einfälle noch neu und genial. Das Kino machte damals einen Quantensprung und wurde neu definiert. Und jetzt, beim zweiten und in einem halben Jahr wohl auch beim dritten Teil sollen (und müssen) die Wachowski-Brüder noch einen drauflegen. Das erwartet man ja regelmäßig von einem zweiten Teil, auch wenn solche Erwartungen ebenso regelmäßig enttäuscht werden. Auch bei Matrix Reloaded kann nicht gut gehen, denn die Neudefinition des Kinos ist auch den Wachowski-Brüdern nur ein einziges Mal vergönnt. (Vielleicht schaffen sie es ja noch mit dem dritten Teil, aber der zweite Teil bleibt quantensprungtechnisch weit hinter dem ersten zurück.) Und so bleiben die oben erwähnten Grundsätze: schneller, weiter, höher (und teurer)... Alles Bekannte vom ersten Teil (eben Bullet-Time und Bullet Trail sowie jede Menge coole Kämpfe) und auch das kurzzeitige Verlangsamen der Szene taucht auch im zweiten Teil wieder auf und wird dort bis aufs Äußerste strapaziert (nicht umsonst dauert der Film fast 2,5 Stunden). Manchmal hätte es dem Film gut getan, wenn sie die Wachowski-Brüder kürzer gefasst hätten. Denn von der Story wäre dabei nicht viel verloren gegangen. Davon gibt es sowieso nicht all zu viel zu berichten. Die Maschinen haben die letzte Menschenstadt (Zion) aufgespürt und schicken eine Viertelmillion Sentinels, um sie und die darin lebenden Menschen ein für alle Mal zu zerstören. Nur einer kann sie noch retten: Neo (Keanu Reeves), der Auserwählte. Zwischendurch gibt es noch ein paar gute Actionsequenzen und einige lange Kämpfe und eine kurze (und trotzdem viel zu lange) Liebesszene (ja, Neo und Trinity (Carrie-Ann Moss)). Ach ja, und Agent Smith (Hugo Weaving) ist auch wieder mit von der Partie und versucht, Neo das Leben schwer zu machen. Das Orakel orakelt wieder und Morpheus (Laurence Fishburne) versucht sich als Prediger (eine etwas lächerliche Szene im Übrigen) Schneller, weiter, höher... Man bleibt auch weiterhin der Verankerung in der griechischen Mythologie treu, allerdings kann man hier nicht wirklich weitergehen, als man es im ersten Teil schon gemacht hat. Um trotzdem zumindest diesen Eindruck zu erwecken bringen die Wachoswki-Brüder nun einfach viel mehr unterschiedlichen Handlungsstränge und Figuren ins Spiel (Merowenger, der Architekt usw), die sich hauptsächlich darin gefallen, Monologe zu halten (ohne viel zur Handlung des zweiten Teils beizutragen). Schneller, weiter, höher... In einem tun sich die Wachowskis immerhin nicht schwer: Spezialeffekte. Denn diese haben sich in den letzen 4 Jahren immens weiterentwickelt und das merkt man im Film auch. Es mehr und längere Computersequenzen, die größtenteils auch wirklich gut gemacht sind. Allerdings liegt auch hier oft das Geniale recht nah beim Lächerlichen. Ein Beispiel dafür ist die Freewayszene. Denn im Großen und Ganzen muss ich sie loben (ok der Kampf zwischen dem Agenten und Morpheus hätte etwas kürzer sein können), gleich darauf kam die Motorradverfolgungsjagd am Freeway, die mir persönlich überhaupt nicht gefallen hat, da sie ganz klar aus der Retorte kam. Schneller, weiter, höher... Zusammenfassend lässt sich sagen, dass The Matrix Reloaded eigentlich ein recht guter Film ist, auch wenn er manche Länge aufweisen kann. Aber er hat das Problem, an einem der besten Filme von 1999 gemessen zu werden und im Vergleich dazu kann er nur verlieren. | ||||||