Voll Verheiratet
© März 2003 Aleks

Just Married

Originaltitel: Just Married

It was the perfect honeymoon... Until it began.

Director: Shawn Levy
Ashton Kutcher, Brittany Murphy, Christian Kane, David Rasche

Runtime: 95 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
USA 2003

Führt man sich einmal die Fülle an romantischen Komödien ala 'Two weeks notice', Maid in Manhatten', 'Notting Hill' bis hin zu 'Pretty Woman' oder 'Dirty Dancing' vor Augen, dann lässt sich folgender, in Titan, respektive Gold (weil erfolgreich), gegossene Handlungsstrang extrahieren, der, so einfach und simpel er auch sein mag, zum 'Um und Auf' in der Filmindustrie geworden ist. Und das geht so: Zwei recht unterschiedliche Menschen (Mann & Frau) treffen sich, hassen sich, verlieben sich, es kommt zum Bruch, beide sind deprimiert, und überwinden sich zu einem nochmaligen Treffen und fahren gemeinsam in den siebten Liebeshimmel. Variationen nicht ausgeschlossen. Was hat das jetzt mit 'Just Married' zu tun, und warum langweile ich Sie mit solchen Banalitäten? Der Grund hierfür liegt genau in der nochmalig aufbereiteten, nochmalig ausgeleierten und nochmalig langweiligen Handlung ebendieses Konzeptes, das zum tausendsten Mal seinen Niederschlag auf einer Filmrolle findet, beschriftet mit, genau: 'Just Married'. (deutscher OT: 'Voll verheiratet')

Variationen gab es diesmal in Bezug auf die Charaktere, die wohl beide den typischen US-Amerikaner darstellen sollen. Er, ein glücklicher Lebens-Looser und Sportfan, der ohne sein Beer 'n' Baseball nicht leben kann, sie ein reiches Töchterchen mit Hang zum Ausgeflippten, realitätsfern wie nur was und naiv, das man sich kollektiv an die Stirn klatscht.

Beide treffen sich, verlieben sich (man bemerkt, wir befinden uns noch immer auf dem Handlungspfad) und sie heiraten, Die Familie des Töchterchens ist skeptisch, und ab in die Flitterwochen nach Europa. Und jetzt kommt die schon fast peinlich suggerierte geopraphische Unwissenheit der Amerikaner (US-Teil) zum Tragen. Man fährt nach, ich glaube Frankreich, dort redet man Deutsch, es hängen Fahnen aus Tirol an irgendwelchen Hotel-Burgwänden und aus Ur-Alt Autos erklingt lustige Jodelmusik. Ohne einen Gedanken an die dortigen Vorkommnisse zu verschwenden (richtig, alles endet im Disaster) gehts auch gleich nach Venedig, Symbol europäischer Hochkultur in Geschichte und Kunst. Dort hat er nichts besseres zu tun als in die nächste US-Sportbar (beim Markusplatz gleich um die Ecke) zu gehen und sie in die örtlichen Museen.

Der langen Schreibe kurzer Sinn: Beide hassen sich zutiefst nach ihrer Rückkehr in die Heimat, er bemerkt was für ein Idiot er war, erobert sie wieder zurück, die Familie liegt sich ob solcher Heldentaten rührseelig mit Tränen in den Augen in den Armen und beide haben einen gemeinsamen Abgang der fliessend in den Abfluss, nein, Abspann übergeht.

Genug der Worte ob solcher Massenware. Ein Nichts an Film, der sich weder in Bezug auf Geld, Zeit, noch die Ermattung von Aug' und Ohr auszahlt. Das Kinoplakat ignorieren und sorgenfrei daran vorbeigehen, heisst die Devise. Wer sich jetzt wundert, wieso ich weder auf Namen, Musik noch Schauspieler eingegangen bin, bekommt von mir ein Lob fürs aufmerksame Lesen und den Hinweis, dass es generell keine Rolle spielen sollte, was und wer bei einer pürrierten Einheitsmaße so alles beteiligt war.