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Party Animals
© August 2002 Thompson
Wieder einmal kommen 2 Filme mit ähnlichem Thema fast gleichzeitig ins Kino: Van Wilder und Im sexten Semester (Sorority Boys). Wieder mal bin ich der Meinung, es genügt, wenn man einen davon im Kino sieht und all jenen, die sich eine College-Komödie anschauen wollen, muss ich Van Wilder empfehlen. Nicht dass Van Wilder ein hochwertiger Film wäre (das kann man sich von einer College-Komödie doch auch nicht erwarten, oder?), aber Sorority Boys kann er immerhin schlagen.
Unser Hauptdarsteller Van Wilder (Ryan Reynolds) durchlebt sein inzwischen siebentes Jahr in Coolidge College. Die meiste Zeit verbringt der damit, den "Underdogs" zu etwas mehr Selbstbewusstsein zu helfen und sie auf den rechten Weg zu schicken. Dennoch: der durchschnittliche Student verschwindet nach 4 Jahren wieder. Als dies schließlich seinem Vater bei der Jahresabrechnung auffällt (Zwischenfrage: wessen Vater würde es nicht mitkriegen, wenn man einen College-Abschluss macht???), beschließt dieser, dem ewigen Studenten Füße zu machen und er streicht ihm kurzerhand jegliche finanziellen Zuwendungen. Und wenn man weiß, dass es sich hierbei um ein amerikanisches College handelt, bei dem schon allein die Inskription Unmengen an Geld verschlingt, weiß man, was auf Van Wilder zukommt. Gerade eben noch der Lebemann, der von seinem Vater jährlich 30.000 Dollar erhalten hat, nun plötzlich pleite. Aber so schnell gibt ein echter Van Wilder nicht auf und so macht er sich gemeinsam mit seinem persönlichen Assistenten (ja, so was hat man, wenn man lange genug studiert) auf die Suche nach lukrativen Nebeneinkünften. Die findet er auch alsbald: Van Wilder ist nämlich ein Genie, wenn es darum geht, Parties zu veranstalten. Die klassische Teenie-Komödie muss nun als nächsten Schritt das Mädchen vorstellen, das dem Helden an die Brust darf und mit Gwen Pearson (Tara Reid) wird das auch gemacht. Sie wird von der Schülerzeitung damit beauftragt, den Menschen hinter dem Partytiger Van Wilder zu entdecken und ein Feature darüber zu schreiben. Dabei kommen sich die beiden natürlich näher und davon wiederum ist Gwens Freund Richard Bagg (Daniel Cosgrove) überhaupt nicht begeistert. Es entwickelt sich ein "männlicher" Zweikampf um Gwen... Ach ja, ohne jetzt viel vorwegzunehmen kann ich noch sagen, dass es Van Wilder doch noch schafft, seinen College-Abschluss zu erhalten. Grundsätzlich beinhaltet diese Komödie alles, was man sich von einer College-Teenie-Komödie erwarten kann. Nicht mehr und nicht weniger. Es gibt keine Überraschungen und wir bleiben erfreulich oft (leider nicht immer) diesseits der Gürtellinie. Der Kinobesucher diesseits des Atlantiks wird sich mit der ganzen College-Mentalität, die in Amerika herrscht nie richtig anfreunden können und noch viel weniger mit den Bruderschaften (auch in diesem Film haben sie wieder so sprechende Namen wie DIK), die es in den USA wie Sand am Meer zu geben scheint. Gleichzeitig gibt es in Europa das College-System, wie wir es im Film kennen lernen nicht. Das alles führt dazu, dass man sich nie wirklich in den Film versetzt fühlen wird. Man bleibt die ganze Zeit nur Zuseher. Positiv anmerken muss man dem Film, dass er es geschafft hat, trotz der ganzen Nichtigkeiten noch (gut versteckt zwar, aber immerhin) eine "Message" unterzubringen. Nämlich die, dass es nie zu spät ist, mit lernen anzufangen, dass - wenn der Wille da ist - (fast) alles zu schaffen ist und dass nicht immer das Offensichtliche zutrifft. Sobald man noch ca. 90 Minuten das Kino dann wieder verlässt, hat man zwar keinen großartigen Film gesehen, aber immerhin eine durchschnittliche Teenie-Komödie, die es schafft, fast ohne Schläge unter die Gürtellinie auszukommen. | ||||||