Die letzte Festung
© April 2002 Aleks

The Last Castle

Originaltitel: The Last Castle

A Castle can only have one king

Director: Rod Lurie
Robert Redford, James Gandolfini, Mark Ruffalo, Steve Burton

Runtime: 131 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
USA 2001

Burgen. Relikte einer vergangen Zeit. Bollwerk gegen jedweden externen Feind. Bastion und Abbild eines Herrschaftsanspruches, für alle sichtbar, gewöhnlich auf einem Berg oder Hügel situiert. Gebaut um Feinde abzuhalten. Aber pervertiert um "Feinde" gefangen zu halten?

Was Sie hier oben lesen ist eine grobe Umschreibung der ersten einleitenden 5 Minuten zu "The last Castle" und eine Überleitung zu den Geschehnissen in ebendiesem Gefängnis, unter dem strengen und kalten Regime von Col. Winter (James Gandolfini). Dieser vertritt die Ansicht, den Militärsträflingen auch ihre letzte Würde zu nehmen, sie dauernd in Streiterei zu versetzen und sie dadurch "still" zu halten, um nicht den kleinsten Gedanken an eine Revolte aufkommen zu lassen. Doch dann kommt der hochdekorierte Liutenant General Eugene Irwin (Robert Redford) in ebendieses Lager, und dem vom Ehrgefühl und Fahneneid durchflossenem Irwin kommts hier nach kurzer Einsitzzeit auch schon recht spanisch vor. Er beginnt die Tugenden der Marines und Soldaten in den Häftlingen zu wecken, die dann alsbald wie ein Mann hinter ihm stehen. Winter siehts gar nicht gern und versucht mit aller Härte seine Autorität durchzusetzen, was in einem Kleinkrieg zwischen den beiden endet. Der Gipfel findet sich, wieder einmal, im hissen der amerikanischen Fahne, das wohl jedem treuen US-Staatsbürger die Tränen in die Augen treibt.

Unterm Strich, nur ein weiteres amerikanisches Nationalepos im Gewande (noch) eines Gefängnisfilms, das an die soldatischen Gefühle von Ehre, Treue, Einheit und Fahneneid gemahnt und in diesen Zeiten wohl auch Balsam für gewisse Wunden und Defizite der dortigen Gesellschaft sein könnte. Jenseits der beiden Ozeane schüttelt man ob derer Ideale wohl nur die Köpfe, fragt sich, was zum Henker Robert Redford dazu getrieben hat in dieser Farce mitzuspielen, bedauert James Gandolfini's verschwendetes Talent und sucht das Weite, die Toilette, und wenn vor dem TV sitzend, die STOP Taste oder einen anderen Kanal.

Leider nicht nur eine Zeitverschwendung sondern auch ein schwarzer Fleck auf Redfords doch so ausgezeichneter Liste hervorragender Filme.