![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
Suck my Dick
© Juni 2002 Jake
Wolfgang Joop, jenen berufsjugendlichen Modemacher mit dem einzementierten Lächeln im braun gegerbten Gesicht, nicht zu mögen, ist wenig originell. Vor allem im süddeutschen Raum, von dem wir hier in Innsbruck ja irgendwie auch ein Teil sind (Nein, ich werde jetzt keine Diskussion über die österreichische Nation beginnen!), kommt seine kühle, etwas arrogant wirkende Art nicht gut an. Ihn jedoch nach der Sichtung des Films "Suck my dick" immer noch nicht zu mögen, wäre eine anspruchsvolle Leistung. Schon allein der Name seiner Rolle, Dorian, zeugt von einer Fähigkeit zur Selbstpersiflage, die man ihm wohl kaum zugetraut hätte. Einen Mann, der solches mit leichter Geste zu Wege bringt, muss man sympathisch finden. Aber der Reihe nach. Suck my Dick könnte man irgendwie in die Tradition der Großstadtneurotiker-Komödie im Stil Woody Allens einordnen. Aber im Gegensatz zu einem - leider - großen Teil der zeitgenössischen deutschen Filmproduktion kümmert sich dieses Machwerk einen Dreck um US-amerikanische Vorbilder. Niemand versucht hier Woody Allen zu imitieren. Und das, obwohl es einen Psychiater gibt (eben: Wolfgang Joop) einen verstörten, mittelalten Intellektuellen mit extremen Kastrationsängsten, Künstler, Kritiker und Schreiberlinge und jede Menge junge Mädels. Der Plot ist eigentlich so hahnebüchen, dass ich dem Leser eine Zusammenfassung ersparen möchte. "Total verpeilt", könnte man, den Berliner Slang des Films zitierend, die Handlung knapp charakterisieren. In Anlehnung an "Das schönste Lied der Welt" der Wiener Radioblödler Grissemann und Stermann lässt sich loben, dass Suck my Dick äußerst vielseitig einsetzbar ist. Man kann darüber erschrecken, man kann sich daran ergötzen, und wenn's denn unbedingt sein müsste, könnte man sogar darüber debattieren. Eines ist Suck my Dick jedenfalls und sowieso: ein Heidenspaß. | ||||||