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Panic Room
© April 2002 Thompson
Regisseur David Fincher hat uns schon Filme wie Se7ven oder Fight Club beschert. Beides waren keine Filme für Menschen mit einem schwachen Nervensystem und beides waren Filme, die unvorhersehbar waren. Und genau das scheint Finchers aktueller Film nicht zu sein. Denn schon in den ersten paar Minuten wird dem Zuseher der Panic Room (ein Raum, der im Prinzip den gleichen Sinn hat wie der Bergfried einer mittelalterlichen Burg: dorthin kann man sich zurückziehen, wenn Einbrecher das Haus "belagern". Er besitzt eine eigene Belüftung, ein eigenes Telefon, eine 10 Zentimeter dicke Stahlschicht bewahrt die Insassen vor der Außenwelt, es gibt Monitore mittels derer man das ganze Haus überblicken kann und natürlich Lebensmittelvorräte für mehrere Tage) vor Augen geführt und erklärt und kurzfristig sitzt man dann im Kinosessel und fragt sich, was denn jetzt noch kommen solle, wenn die beiden Hauptdarsteller erst mal in diesem verschwunden sein werden. Aber zum Glück ist dem nicht so. Bis zur letzten Minute bleibt dieser Film spannend und der Zuseher gebannt im Sessel.
Aber der Reihe nach: Meg Altmann (Jodie Foster) hat sich von ihrem Mann getrennt und sucht sich jetzt logischerweise eine eigene Bleibe. Die Entscheidung fällt dabei auf jenes Haus inmitten New Yorks an, in dem sich besagter "Panic Room" befindet. Doch schon in der ersten Nacht dort werden sie und ihre Tochter Sarah (Kirsten Stewart) von Einbrechern (Forest Withaker als Burnham, Jared Leto als Junior und Dwight Yoakam als Raoul) heimgesucht. Im letzten Augenblick schaffe es die beiden, das sichere Versteck des Panic Room zu erreichen. Allerdings wissen sie nicht, dass genau jener Panic Room das Ziel der Gangster ist und so entwickelt sich ein Katz-und-Maus-Spiel, in dem die Bösen alles Mögliche versuchen, die beiden aus dem Raus herauszukriegen, während Meg und Sarah wiederum alles versuchen, um den Raum nicht zu verlassen. Die Rollen in diesem Thriller sind zwar von Anfang an recht klar verteilt (Meg und Sarah sind die Guten, das ist eh klar, Burnham ist der "gute" Einbrecher, der vor überflüssiger Gewalt zurückschreckt und der am Ende dann auch mehr oder weniger bekehrt wird, Junior ist der hyperaktive Angeber, der zwar eine große Klappe hat, sonst aber nicht viel beisteuern kann und Raoul ist die große (und brutale) Unbekannte dieser Gleichung), aber dennoch ist das Resultat alles andere als langweilig. Geschehnisse, die dem Spannungsaufbau hinderlich wären (wie etwa die Tatsache, dass die Einbrecher nicht schon von Anfang an die Kameras zerstören, um die Insassen des Panic Room auf diese Art erblinden zu lassen) und die dem Zuseher nach Ende des Films eigentlich ungut aufstoßen würden, überspielt das Skript dadurch, dass Meg genau so vorgeht, wie es die Einbrecher hätten tun sollen und dies Raoul den Kommentar "Warum haben wir das nicht gemacht?" entlockt. Einzig und allein die Rolle des Burnham wirft auch nach dem Kinobesuch noch ein paar Fragen auf, denn einerseits wird mehrmals erwähnt, dass er diesen speziellen Panic Room deswegen so gut kennt, da er ihn selber erbaut hat und andererseits wiederum wird auch erwähnt, dass er weiß, dass das Telefon im Panic Room noch nicht aktiviert sein kann, denn das wäre bei ihm in der Firma gemeldet worden. Und die beiden Lösungsansätze, die ich persönlich für dieses Problem habe (entweder hat Burnham nach erbauen des Panic Room Job gewechselt oder aber nur die Erbauerfirma kann das Telefon anmelden) gefallen mir beide nicht. Ansonsten überzeugt der Film schon von Anfang an durch seine Optik. Das beginnt schon einmal damit, dass die Namen der Hauptdarsteller nicht einfach lieblos auf die Leinwand projiziert werden, sondern es sind zumindest auf ersten Blick hin aufwändig gestaltete 3D-Renderungen die vor die Häuser Manhattans gepackt wurden. Und dann werden wir vor allem am Anfang mit schier endlos wirkenden Kamerafahrten verwöhnt. Es wird zwar jedem klar sein, dass sie vom Computer stammen müssen, aber dennoch kann man nichts dagegen einwenden, im Gegenteil, man kann gar nicht den Punkt erkennen, wo Realfilm aufhört und (Computer)Animation anfängt. Auch zur Leistung der Schauspieler kann man nichts sagen. Jodie Foster, während der Drehtage schon mit ihrem zweiten Kind schwanger, lässt sich endlich wieder einmal vor der Kamera blicken und es ist klar, dass sie es sich leisten kann, Drehbücher auch abzulehnen und nur die wirklich herausragenden auszuwählen. Die besorgte Mutter, die alles tun würde, um ihr Kind aus den Klauen der Gangster zu befreien, wird mehr als überzeugend dargestellt. Auch Forest Withaker, der vielen Kinobesuchern noch als Ghost Dog in Erinnerung sein dürfte, spielt so, dass man ihm jederzeit seine Rolle abkaufen würde. Gut gelungen ist auch Dwight Yoakam's Darstellung des Raoul, wobei dessen Gefährlichkeit in der ersten Hälfte des Films schon allein deshalb unterstrichen wird, dass er zum einen die einzige Person ist, die eine Maske trägt und er die anfänglich auch nicht abnimmt. Wer also auf spannende Filme steht, die ihr Niveau auch den ganzen Film über halten können, ist mit Panic Room sicher bestens bedient. | ||||||