![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
Mein Stern
© September 2002 Jake
Das trauen sich die Amis nie! Das Erstlingswerk von Valeska Grisebach kommt so ziemlich ohne alles aus, was wir vom Kino gewohnt sind. Hier gibt es keine großartige Action, keine herzzerreißenden Geigenklänge und keine ausgefeilten Dialoge. Das Leersein und das Schweigen scheinen die Hauptmotive dieses kleinen Films aus dem neuen Berlin zu sein - der damit seltsam österreichisch wirkt. Valeska Grisebachs Film wirft ein Schlaglicht auf die Lebenswelt ganz normaler junger Menschen in Berlin. Sie suchen eine Lehrstelle oder die erste Wohnung, treiben unschuldige Kussspiele im Park, rauchen, tanzen und trinken Bier auf Parties. Und weil es nichts anderes zu tun gibt, geht man miteinander. Oder man macht Schluss. So einfach ist das. Im Zentrum der Handlung steht die junge Nicole (Nicole Gläser) und deren Beziehung zu Christopher (Christopher Schöps), der eines Nachmittags bei Nicole vorbeischaut. "Ich war grad in der Gegend." Man trinkt irgend einen süßen Likör aus Mutters Schrank, unterhält sich sparsam ("Machst du das öfter?") und küsst sich schließlich. Somit geht man miteinander. Und sich bald schon auf die Nerven. Die linkische Unbeholfenheit, mit der hier alles geschieht, ist manchmal geradezu schmerzhaft anzusehen. Wohl deshalb, weil sie so authentisch ist. Das meiste, was die Kids zueinander sagen, ist einfach so dahingesagt, weil es nichts anderes gibt, was man sagen könnte. Und dann, wenn einmal etwas bedeutungsvolles über die Lippen kommt, streikt die Gegensprechanlage an der Haustür der Angebeteten. Und wer will schon den Satz wiederholen: "Ich kann ohne dich nicht leben." Zumal er ohnehin nur aus einem vermeintlichen Pflichtgefühl heraus gesagt wurde. Oder nicht? Selten nur blitzen die wahren Intentionen und Antriebe der Protagonisten durch. Das meiste ist Schweigen oder hilflose Belanglosigkeit. Darin scheint mir Mein Stern einigen österreichischen Produktionen jüngeren Datums zu ähneln, etwa Barbara Alberts Nordrand oder Jennifer Hausners Lovely Rita. Vielleicht liegt es daran, dass die junge Regisseurin die Filmakademie in Wien besucht hat? | ||||||