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Ich bin Sam
© Mai 2002 Thompson
"Ich bin Sam" ist die Story des geistig zurückgebliebenen Sam Dawson (Sean Penn), der seine siebenjährige Tocher Lucy (Dakota Fanning) allein erzieht. Die Mutter hat nämlich gleich der Geburt das Weite gesucht. Dennoch gibt Sam sein Bestes und mit Hilfe seiner Nachbarin Annie (Dianne Wiest) scheint er auch recht erfolgreich in der Erziehung zu sein. Dann wird Lucy allerdings sieben Jahre alt und erreicht das geistige Niveau ihres Vaters. Um ihn nicht bloßzustellen, gibt sie vor, auch nicht klüger zu sein als er. Das hat jedoch zur Folge, dass in der Schule Alarm geschlagen wird und eine Sozialarbeiterin versucht, Sam seine Tochter wegzunehmen. In seiner Verzweiflung wendet sich Sam an den besten Anwalt den er finden kann (Michelle Pfeiffer in der Rolle der Rita Harrison), die die Aufgabe eigentlich nur deshalb annimmt (und das auch noch umsonst!), um vor ihren Kollegen nicht als kaltherzige Anwältin dazustehen. Erst scheint sie sich auch nicht wirklich für dne Fall zu interessieren, aber je länger sie sich damit beschäftigt, desto mehr versucht sie auch, Sam zu helfen.
Die Story scheint in aller Kürze erzählt zu sein und sie bietet auch ansonsten nicht wirklich viele Überraschungen. Was den Film aber sicher herausragend macht, das ist die schauspielerische Leistung. Sean Penn erhielt für diese Rolle seine dritte Oskarnominierung, wie ich finde, zu Recht. Denn er schafft es, den geistig zurückgebliebenen Sam den ganzen Film hindurch überzeugend darzustellen. In manchen Szenen und Einstellungen erinnert Sam zwar etwas an Dustin Hoffman in seiner Rolle als Rain Man, aber das hält sich in Grenzen und macht Sean Penns Leistung auch nicht schlechter. Genauso gut wie Sean Penn spielt auch Dakota Fanning. Zugegeben, die Idee eine blonde und engelsgleiche Siebenjährige als Tochter Sams aus dem Zylinder zu ziehen, ist zwar etwas weit hergeholt, aber die Chemie zwischen den beiden stimmt. Michelle Pfeiffer in ihrer Rolle als kaltherzige Anwältin spielt sowieso überzeugend. Was den Film noch zu etwas Besonderem macht, sind die Freunde Sams: Brad (Brad Allen Silverman), Joe (Joseph Rosenberg), Robert (Stanley Desantis) und Ifty (Doug Hutchinsn). Alles auch im wirklichen Leben geistig zurückgebliebene Menschen, die sich im Film zwar mehr oder weniger wirklich selber spielen, aber das mit einer Überzeugung, dass man manchmal glauben könnte, Sean Penn kann noch was von ihnen lernen. Die Musik ist den ganzen Film über komplett an die Rolle des Beatles-Fan Sam Dawson angepasst und so kriegen wir auch nur Beatleslieder zu hören. Allerdings nicht in den Originalversionen, sondern von aktuellen Bands neu eingespielt. Die meisten davon sind auch wirklich gut gelungen und deswegen sollte der Soundtrack eigentlich auch eine gute Ergänzung in der Plattensammlung eines jeden Beatles-Fans sein. Und einmal sieht man sogar kurz eine Hommage an das Abbey-Road-Album der legendären Fab Four. Zugegeben, manchmal wird der Film leicht kitschig und sentimental, aber Jessie Nielson schafft es, diese Szenen so in Szene zu setzen, dass es dem Zuseher nicht gerade aufs Auge gedrückt wird. Genauso schafft sie es, immer wieder eine gute Balance zwischen Drama und komischen Szenen zu finden, ohne aber jemals über Behinderte Witze zu machen. Und die wenigen Durchhänger, die dieser Film hat, werden durch die herausragenden Schauspieler bei weitem wieder wettgemacht. In diesem Jahr mit Sicherheit ein Filmhighlight und eines der besten Dramen. | ||||||