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Heist - Der letzte Coup
© Jänner 2002 Thompson
Joe Moore (Gene Hackman) und seine Gang (Delroy Lindo als Bobby Blane, Ricky Jay als Don Pincus und Rebecca Pidgeon als Joe’s bezaubernde Frau Fran) sind Gangster der alten Schule - kein wildes Herumgeschiesse oder unnötiges Handgemenge, alle Überfälle werden von Joe bis ins kleinste Detail geplant. Das kann man schon am Anfang des Films erkennen, wo die Mitglieder der Gang bei dem Überfall auf einen Juwelierladen nur wie zufällig zur rechten Zeit am rechten Ort sind. Spannend zum Zusehen, und ein zweites Hinschauen ergibt sicher nicht Langweile, sondern neue Perspektiven und Gründe für die Anwesenheit der einzelnen Personen in bestimmten Szenen.
Allerdings gibt es auch noch den Faktor Mensch, und der ist leider nicht immer so berechenbar, wie man es gerne hätte. In oben erwähntem Juwelierladen hat nämlich eine Mitarbeiterin (noch) nicht vom soeben gebrachten, vergifteten (oder eher mit KO-Tropfen versetzten) Kaffee getrunken und liegt deshalb auch nicht wie die anderen ohnmächtig am Boden. So muss Joe sie persönlich ins Reich der Träume senden. Das gelingt ihm auch, allerdings wurde er beim Betreten des Ladens ohne Maske gefilmt, und für seine Karriere als Gangster ist das natürlich nicht das Allerbeste. Daher beschließt er, unterzutauchen. Nur: Um untertauchen zu können braucht er Geld - Geld, das ihm sein Auftraggeber und Hehler Bergmann (Danny DeVito) immer noch schuldet. Die Tatsache, dass Joe von der Bildfläche verschwinden will, gefällt Bergmann überhaupt nicht, vor allem schon deshalb, weil er ihn für den nächsten Coup fix eingeplant hat. Aus diesem Grund beschließt er, Joe Moore seinen Anteil erst dann zu geben, wenn der nächste Coup erledigt ist. Und zur Sicherheit, damit Joe kein krummes Ding drehen wird, soll Joe Bergmanns Neffen Jimmy Silk (Sam Rockwell) in sein Team aufnehmen. Wie schon in der Einleitung erwähnt, haben wir es hier zwar mit einem Thriller zu tun, aber nicht mit einem der modernen Art, in dem hauptsächlich die Waffen sprechen. Die Hauptsache ist hier vielmehr der Plan, auf dem das Ganze aufbaut. Es wird zuerst gedacht, und dann erst der Plan auch in Aktion umgesetzt, ganz im Gegensatz zu manchen modernen Actionthrillern, in denen ein Ziel ausgemacht wird, das dann auf Biegen und Brechen und unter Mithilfe möglichst vieler Kugeln zu erreichen ist. Trotzdem - oder vielleicht gerade deswegen - bleibt der Film immer spannend. Der Zuseher wartet eigentlich irgendwann geradezu nur noch darauf, was für einen Trumpf Joe als nächstes aus dem Ärmel ziehen wird. Zugegeben, gegen Ende hin wirkt das Ganze doch etwas übertrieben (wer macht schon einen Backup-Plan für Plan D?), aber jeder Trumpf, den Joe aus dem Ärmel zu ziehen weiß, macht Spaß! Im Unklaren bleibt der Zuschauer eigentlich nur über die Beweggründe von Fran, denn obwohl Joe ihre Züge eigentlich fast immer vorherahnen kann, bleibt dem Zuschauer dies verborgen. Einzig und allein eine Szene gegen Ende des Films passt nicht so wirklich zum Rest. Fast sieht es so aus, als ob die Szene mit der Schiesserei an der Mole, denn um genau diese handelt es sich hier, von einem anderen Drehbuchautor geschrieben wurde. Sie wirkt einfach irritierend auf den Zuseher und ist zudem zu laut für den Rest des Filmes. Zur schauspielerischen Leistung ist zu sagen, dass Gene Hackmann und vor allem Delroy Lindo genau so spielen, wie man es sich von ihnen erwartet, und Sam Rockwell wird seiner Rolle als etwas schlüpfriger Neffe mehr als gerecht. Wer also im Kino wieder einmal einen klassischen Gangsterfilm sehen will, der ist mit diesem Film sicher gut bedient. | ||||||