Down - Fahrstuhl des Grauens
© Juni 2002 Thompson

Down

Originaltitel: Down



Director: Dirk Maas
James Marshall, Naomi Watts, Eric Thal, Michael Ironside, Ron Perlman

Runtime: 111 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
Netherlands 2001

Um es vorwegzunehmen, der Film ist schlecht. Allerdings ist er schon wieder so schlecht, dass man lachen muss. Und das ist in der Regel nicht das, was man sich von einem Horrorfilm - und als solchen will sich Down sehen - erwartet. Dirk Maas (Regisseur und Drehbuchautor in Personalunion) produziert mit Down ein Remake seines eigenen Films De Lift, der aus dem Jahre 1983 stammt. In Holland mag Dirk Maas vielleicht zu den Kultregisseuren gehören, aber mit diesem Film stellt er eindrucksvoll unter Beweis, warum er diesen Status im Rest der Welt nicht erreichen kann und wird: der Film strotzt nur so vor Banalitäten und Klischees.

Aber zu viel der Handlung will ich jetzt gar nicht vorwegnehmen. Kurz gesagt: Im New Yorker Millenium Building gibt es Lifte, viele Lifte. Kein Wunder, ist das Ding ja auch über 102 Stockwerke hoch. Plötzlich und unverhofft (nach einem starken Gewitter mit vielen Blitzen und einem wahrscheinlichen Einschlag - siehe da, ein Horrorfilm-Klischee) fangen die Expresslifte, die die Besucher auf die Aussichtsplattform transportieren an, ein Eigenleben zu entwickeln. Es fängt mit einer Gruppe hochschwangerer Frauen an. Kaum eingestiegen, bleibt der Lift auch schon zwischen den Stockwerken stehen. Der Strom wird abgedreht, damit die Rettungstruppe die Möglichkeit hat, in aller Ruhe zu Hilfe zu eilen. Die Panik steigt, da das Nottelefon nicht funktioniert und es den Anschein hat, dass auch die Klimatisierung den Geist aufgegeben hat. Das hat zur Folge, dass in zwei Fällen spontan die Geburt eingeleitet wird. Irgendwie scheint das den Lift aber zu irritieren, denn er beschließt, trotz der Tatsache, dass er ohne Strom dasteht (nächstes Klischee) von alleine bis in die Lobby zu fahren, um seine Fahrgäste loszuwerden. Vielleicht war diese Szene aber auch nur deswegen da, um uns, den Zusehern, mit Jeff (Eric Thal) und Mark (James Marshall) die beiden Leute vom Liftservice und Jennifer (Naomi Watts), die Reporterin des Morning Star vorzustellen. Doch auch mit Fortdauer des Films wird seine Handlung nicht besser, im Gegenteil, gegen Ende hin versteigt sich Dirk Maas in solche Absurditäten, dass ich nur hoffen muss, er nimmt sich nicht mehr selber ernst. Nur als Beispiel für das, was den Zuseher noch erwartet, erwähne ich das Wort "Biochips" (und damit meine ich nicht biologisch angebaute Pringles).

Aber genug der Handlung. Gehen wir über zu den Schauspielern. Meiner Ansicht nach haben sich diese aus zwei unterschiedlichen Gründen für diesen Film casten lassen:
  • Eine Hauptrolle macht sich im weiteren Lebenslauf sicherlich nicht schlecht. James Marshall und Eric Thal gehören in diese Kategorie, und Naomi Watts wohl auch. Für letztgenannte hat es sich wohl ausgezahlt, immerhin kann sie eine der Hauptrollen in Mulholland Drive für sich verbuchen.
  • Der zweite Grund, sich für diesen Film casten zu lassen, war wohl der schnöde Mammon. Einige mehr oder weniger bekannte Schauspieler scheinen Geld dringen nötig gehabt zu haben. Hierbei muss ich wohl Ron Perlman (Vincent aus Die Schöne und das Biest) und Michael Ironside erwähnen.
Die meisten der Schauspieler aus der ersten Kategorie, fallen hauptsächlich durch uninspiriertes Schauspielern auf. James Marshall und Naomi Watts bemühen sich zwar redlich, aber das ist auch schon alles. Bei Eric Thal kam es mir so vor, als ob er nach Drehschluss der amerikanischen Endlosserie Beautiful (im deutschsprachigen Raum unter dem Titel Reich und Schön bekannt) an den Drehort von Down gegangen wäre, um sich ein bisschen ein Taschengeld dazuzuverdienen. Die Schauspieler aus der zweiten Kategorie agieren, wohl auch aufgrund des langweiligen Drehbuchs, hauptsächlich lustlos.

Musik hatte der Film natürlich auch. Der Klassiker aller Songs über Lifte, nämlich "Love in an Elevator" von Aerosmith, durfte natürlich nicht fehlen und wird uns zumindest zweimal präsentiert. Dabei ist der Song fast schon zu gut für diesen Film. Die restliche musikalische Untermalung war unpassend ausgewählt, fast immer schlecht abgemischt und zu laut.

Zugegeben (man achte darauf, dass ich es sogar schaffe, diesem Film etwas Positives abzugewinnen): zwei mal kann der Film durch interessante und witzige Schnittfolgen punkten, aber auf die Dauer von 111 Minuten gesehen, ist das einfach zu wenig. Und wenn es im Kinosaal aufgrund der Idiotie des Drehbuchs mehrmals zu spontanen Applausbekundungen hingerissen wird, muss ich einfach annehmen, dass Dirk Maas hier sein Ziel weit verfehlt hat. Hätte er von Anfang an klar gemacht, dass er diesen Film nicht ernst meint, dann könnte man solche an den Haaren herbeigezogenen Erklärungen wie sie dieser Film bietet, noch akzeptieren, da es aber scheint, dass er es ernst meint, muss ich den meisten Leuten von einem Besuch dieses Films abraten. Nur wer auf Trash steht, könnte mit diesem Film gut bedient sein.