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Ali
© September 2002 Andy
Ich bin weder ein großer Boxfan, noch hat mich die Lebensgeschichte von Muhammad Ali sonderlich interessiert. Darum saß ich mit etwas gemischten Gefühlen im Saal, die schiere Länge von 156 Minuten hätte mich auch fast abschrecken können. Ich saß also und wartete darauf dass etwas passiert, und es dauerte eine gute Stunde bis wirklich etwas passiert. Wenn man nicht ein gewisses Maß an Vorwissen über Ali mitbringt ist man alleine mit der Vielzahl an Personen die auftauchen überfordert, man merkt zwar relativ schnell wer MalcomX ist, aber ansonsten schwirren da eine Unzahl an Personen um Ali herum die man als Laie nicht zuordnen kann. Was bei diesem Film definitiv zu kurz kam, ist die menschliche Seite von Ali, man erfährt nie warum er Muslim wurde, nein plötzlich taucht wieder einmal eine Person auf, gibt Cassius Clay seinen neuen Namen, und fortan war Clay Ali. Ich zumindest habe mich darufhin den halben Film lang gefragt, warum? Man erfährt auch nie ob sein Engagement für die Afro-Amerikaner nur Publicity ist, oder ob er sich wirklich ernsthaft engagiert hat. Es stellt sich also die Frage, gibt die Story nicht mehr her, oder haben Drehbuchautor/Regiseur einfach komische Prämissen gehabt. Auch die Boxkämpfe sind künstlich in die Länge gezogen, alle Schläge in Zeitlupe wirkt spätestens beim zweiten Kampf ermüdend; das Gefühl der künstlichen Länge hatte ich während des ganzen Films. Ich finde dass man einen Film mit der gleichen Aussage auch in 90 - 100 min realisieren hätte können. Nun zum Positiven: Ich habe selten einen Film mit dermaßen schönen Bildern und schönen Schnitten gesehen. Die Kammeraführung und der Schnitt waren absolut genial. Es wurde mit einfachen Mitteln gearbeiten, grobe Auflösungen, etwas Über- bzw. Unterbelichten, ein Spiegel im Raum. Man hatte oft das Gefühl einen Dokumentarfilm zu sehen. Will Smith hat mich absolut davon überzeugt dass er auch Charakterrollen spielen kann. Er brachte Ali glaubwürdig rüber, auch wenn er trotz Gewichtszunahme immer noch ein wenig zu schmal für einen Schwergewichtler wirkte. Er brachte diesen großschnäuzigen und angeberischen Boxer super rüber. Nun gut, dass Will Smith eine große Klappe hat wissen wir nicht erst seit MIIB. Der Soundtrack des Filmes ist einer der besten die ich jemals hörte, er ist die perfekte Untermahlung für die tollen Bilder. Fazit: Schöne Bilder und ein guter Soundtrack machen alleine nun mal leider keinen guten Film. Wer sich nicht unbedingt für Ali oder Boxen interessiert, sollte sein Geld lieber in einen anderen Film investieren. | ||||||