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A beautiful Mind - Genie und Wahnsinn
© März 2002 Thompson
Der Name John Nash wird bis vor kurzem wahrscheinlich nur Professoren und Studenten der Wirtschaft bekannt als Begründer der Spieltheorie (was das ist, will ich jetzt nicht weiter eingehen, denn für den Film tut das nichts zur Sache). Mit dieser aufwändigen Hollywoodproduktion wird zumindest der Name John Nash bald auch den Kinobesuchern ein Begriff sein, nicht zuletzt wegen der 8 Oscar-Nominierungen, die "A beautiful Mind" eingeheimst hat.
Zu Beginn des Films erleben wir den 18-jährigen John Nash (Russell Crowe) der, mit vielen Vorschlusslorbeeren bedacht, auf die Universität von Princeton kommt, um dort sein Studium zu absolvieren. Von Beginn an zeigt sich, dass John ein Einzelgänger ist, denn er besucht keine Vorlesungen ("Vorlesungen machen dumm") und die Fähigkeit, mit Menschen zu interagieren, gehört nicht unbedingt zu seinen ausgeprägtesten. Am besten noch versteht er sich mit seinem mysteriösen Zimmerkollegen Charles (Paul Bettany). Unter Druck gesetzt, wegen mangelnden Leistungsnachweises von der Universität verwiesen zu werden, wird John Nash seinen Vorschusslorbeeren endlich gerecht und mit seinem Traktat über die Spieltheorie (die Idee dazu hat er hollywoodgerecht natürlich dann, als er zusieht, wie in der örtlichen Bar seine Kollegen vergeblich versuchen, eine Blondine abzuschleppen), mit dem er die 150 Jahre alten Theorien Adam Smiths über den Haufen wirft. Nun stehen ihm Tür und Tor offen und er erhält eine Stelle als Lektor am renommierten MIT. Dort lernt er dann auch seine spätere Frau Alicia (Jennifer Connelly) kennen. In der Zeit des kalten Krieges schien es ihm dann auch nicht weiter ungewöhnlich, dass sich das FBI an ihn wenden würde, um Codes zu knacken. Doch schon bald wächst ihm das Ganze über den Kopf und er sieht plötzlich von überall Russen auf sich zukommen. Die Rolle scheint Russell Crowe auf den Leib geschneidert. Denn zumindest ich habe seit der letzten Oscar-Verleihung (Gladiator habe ich leider nicht gesehen) den Eindruck, dass Russell Crowe nur einen einzigen Gesichtsausdruck wirklich beherrscht. Und mehr Emotionen muss er in diesem Film auch gar nicht zeigen (zumindest nicht mit seinen Gesichtsmuskeln). Besonders auffällig wird dies in der Szene, in der er seinen jungen Sohn in der Hand hält. Etwas störend fand ich, dass John Nash's Schizophrenie durch linkische, abgehakte Bewegungen unterstrichen wurden, wie sie mehr an den Autisten in Rainman als an einen Schizophrenen erinnerten. Man kann Russell Crowe allerdings nicht nur kritisieren, man muss ihn auch loben, wie er es geschafft hat, einen Menschen im Zeitraum von etwas mehr als 55 Jahren halbwegs glaubwürdig darzustellen. Unterstützt wurde er dabei allerdings von einer mehr als brillianten Maske. Ebenso überzeugend spielt Paul Bettany und die Fragen, die sein Charakter anfangs dem kritischen Kinobesucher aufwirft, werden nach und nach im Laufe des Films auch beantwortet. Man ist auch immer wieder froh, wenn man Paul Bettany auf der Leinwand erscheinen sieht, denn dann weiß man, das den Film von seinem ersten Schwerpunkt weg mit etwas Humor wieder auflockert. Und Jennifer Connelly, die letzte im Bunde der Hauptdarsteller, liefert eine solide Leistung ab, wobei sie mir allerdings in Requiem for a Dream schon besser gefallen hat. Irgendwie schien mir der Funke zwischen Connelly und Crowe nie wirklich überzuspringen. So bleibt dieser Film eine wahre Geschichte, die das Leben schrieb, wobei allerdings Hollywood an langweiligen Stellen - und derer hat ein normales Menschenleben nun mal gar nicht so wenige - ein wenig nachgeholfen hat. Wer sich diesen Film anschauen wird, sieht einen Film der oberen Mittelklasse. Nicht umwerfend, aber dennoch mehr als gut genug, als dass man es bereuen würde. | ||||||