40 Tage und 40 Nächte
© Juni 2002 Thompson

40 Days and 40 Nights

Originaltitel: 40 Days and 40 Nights

One man is about to do the unthinkable. No sex. Whatsoever. For... 40 Days and 40 Nights

Director: Michael Lehmann
Josh Hartnett, Shannyn Sossamon, Paulo Costanzo

Runtime: 94 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
USA 2002

Wer hat sie noch nicht erlebt, die große Liebe? Wahrscheinlich jeder. Und es schmerzt sehr, wenn sie doch auseinander bricht. So geht es dem erfolgreichen Webdesigner Matt (Josh Hartnett). Seit ihm seine Freundin Nicole (Vanessa Shaw) den Laufpass gegeben hat, will keine wahre Freude mehr in seinem Leben aufkommen. Dabei kann er - und er beweist dies auch - jederzeit so viele andere Frauen abschleppen, wie er nur will. Doch irgendwie muss er auch bei diese One-Night-Stands immer nur an Nicole denken und so enden diese Abenteuer meist im Desaster.

Als er seine Probleme mit seinem Bruder (einem angehenden Priester) bespricht, kommt ihm plötzlich die Erleuchtung. Die Fastenzeit fängt gerade an und was liegt da näher, als ein Opfer einzugehen: die gesamte Fastenzeit (also 40 Tage und 40 Nächte) will Matt ohne Sex durchstehen. Alle Leute, denen er von seinem Vorhaben erzählt, halten ihn für verrückt, kennen sie doch den Weiberhelden Matt. Am Weitesten gehen seine Arbeitskollegen, die hinter seinem Rücken anfangen Wetten auf den Tag abzuschließen, an dem der Vorsatz gebrochen wird und die eigens dafür eine Webseite konzipieren. Anfangs verläuft auch alles nach Plan, aber dann kommt es wie es kommen muss: bei einem Besuch im Waschsalon trifft Matt auf Erica (Shannyn Sossamon) und sie verstehen sich prächtig (um nicht zu sagen, dass sie sich ineinander verlieben). Allerdings verschweigt er ihr seinen Vorsatz, was wahrscheinlich allerdings fast jeder machen würde, und es ergeben sich die zu erwartenden Komplikationen...

Ein Film, in dem es zwar um Sex geht, aber hauptsächlich darum, dass nichts passieren darf, ist schon fast eine Neuheit im Kino. Das hat sich wahrscheinlich auch die Produzenten von Notting Hill und Schokolade zum Frühstück gedacht, als sie daran machten, diese Komödie zu verfilmen.

In der Hauptrolle haben wir den im Moment in Hollywood scheinbar hoch angesehenen Josh Hartnett, der im letzten Jahr unter anderem mit folgenden Filmen im Kino war: Über kurz oder lang, Pearl Harbor, O, und Black Hawk Down. Er agiert ganz den Erwartungen entsprechend. Leichtes Understatement, aber das war hier meines Erachtens sowieso angebracht. Shannyn Sossamon hat mir hingegen in diesem Film um einiges besser gefallen als in Ritter aus Leidenschaft, in dem sie ja bekanntlich ihr Kinodebut gegeben hat. Das kann aber vielleicht auch nur an der Rolle liegen, die ihr diesmal doch um einiges mehr Raum zur Entfaltung ließ (oder aber mir lag dieses mittelalterliche Setting nicht, obwohl mir Ritter aus Leidenschaft ansonsten recht gut gefallen hat). Der Rest vom Cast (vor allem die ominöse Freundin Nicole) scheint eigentlich nur am Rande auf, die meisten Leute können ihre unterstützenden Part jedoch problemlos erfüllen.

Die Story wartet nicht gerade mit vielen Überraschungen auf (außer dass dem Zuseher gleich am Anfang erklärt wird, dass es höllisch schwer ist, für etwas mehr als einen Monat auf Sex zu verzichten) und wird manchmal schon fast explizit, schafft es aber doch eigentlich, nie unter die Gürtellinie zu schlagen. Mit einem Wort, sie ist bieder. Einen weiteren Kritikpunkt muss ich hier allerdings noch anbringen und zwar den, dass einige Handlungsstränge (und hier spreche ich weniger von der Beziehung Matt - Erica) am Ende des Films einfach in der Luft bleiben, fast so als ob dem Drehbuchautor nichts mehr eingefallen wäre und er gehofft hätte, dass durch das Happy End dieser Mangel nicht weiter auffällt.

Alles in allem ist dies ein Film, der der momentanen Regierung Amerikas sicher gut ins Konzept passen wird, wo doch gerade wieder die Enthaltsamkeit vor der Ehe propagiert wird. Und wenn es ein Weiberheld wie Matt schafft, 40 Tage lang zölibatär zu leben, kann es für den Rest der amerikanischen Jugend ja auch nicht so schwer sein. Wenn man mal von diesem "erzieherischen" Element absieht, kann man den Film als das sehen, was er ist: eine nette, aber belanglose Komödie, die einem 94 Minuten unbeschwertes Kino bietet.