Tomb Raider
© Juli 2001 Aleks

Vertical Limit

Originaltitel: Tomb Raider

Who Is Lara Croft?

Director: Simon West
Angelina Jolie, John Voigt, Noah Taylor, Ian Glen

Runtime: 105 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
USA 2001

Romanverfilmungen zählen wohl zu den schwierigsten Aufgaben eines Regisseurs, und in den meisten Fällen führt der Drahtseilakt zwischen einer möglichst genauen Anlehnung an das Buch und einer publikumsgerechten Aufarbeitung ins Leere. Verfilmungen von Computerspielen sind hingegen noch relativ neu, gemachte Experimente in diese Richtung jedoch meist peinlich und kläglich fehlgeschlagen. Eingedenk der Filme Street Fighter (Jean Claude van Damme), Mortal Combat, Wing Commander und im weitesten Sinne auch Dungeons & Dragons geht man mit eher gemischten Gefühlen in den Kinosaal und lässt sich mit sehr niedrigen Erwartungen im Kinosessel nieder. Eine löbliche Einstellung, wie sich herausstellen sollte, denn wer nichts erwartet, der wird auch von Tomb Raider nicht entäuscht. Aber alles der Reihe nach.

Lara Croft, Heldin von insgesamt vier Computerspielen und digital wahrgewordener Feuchttraum eines jeden Spielers, besticht durch mehrere hervorstechende Eigenschaften: Einerseits durch ihren enormen, allen physikalischen Gesetzen trotzenden, Brustumfang, und anderseits durch ihre Schießfreudigkeit und Agilität. Nebenbei ist sie natürlich in der Archäologie bewandert und durchstreift (in Indiana Jones Manier) auch selbst gerne, in knapper , hautenger Montur die finstersten Tempel und Gruften.

Gab es im Computerspiel eigentlich noch recht „interessante“ Handlungsstränge, verblüfft das simple Drehbuch (oder wohl eher –blatt) doch etwas. Die Illuminaten, ein sagenumwobener Geheimbund, versuchen mittels eines uralten mystischen pyramidenähnlichen Gegenstandes die Weltherrschaft an sich zu reißen, da dieser dem Besitzer das Zeitreisen ermöglicht soll (sollte es sie wirklich geben, wären sie wohl ob der Naivität der Aktion sehr erzürnt). Lara, bekommt von ihrem Vater einen entscheidenden Hinweis zugespielt und macht sich ebenfalls auf die Suche nach dem Ding. Das Ganze mündet in einer sibirischen Höhle in den finalen Showdown, und dann ist es dankenswerter Weise auch schon wieder vorbei.

Der Film hat meines Erachtens nur den Zweck, Lara Corft (recht passabel gespielt von Angelina Jolie) in allen Varianten und Posen cool und effektvoll darzustellen. Die restlichen Schausteller, erscheinen blaß und farblos und spielen ohne viel Emotion. Darunter leidet nicht nur die rudimentäre Handlung, sondern auch die eigentliche Daseinsberechtigung des Filmes. Teils vermisst man die Handlungsmotive der Charaktere und die Rolle dieses Kindes, dem Lara zweimal begegnet, wurde völlig vergessen aufzuklären. Auch die Special-Effects lassen sich durchaus sehen, doch teilweise sind die Kampfszenen so schnell geschnitten, dass man mit bloßem Auge gar nicht mehr mitkommt, was wer wie nun gemacht hat. Bleibt zu hoffen, dass die zwei nachfolgenden Teile das Niveau steigern können, was eigentlich nicht allzu schwer sein sollte.

Da der Film eigentlich gar nicht so viel Text verdient hat, bleibt mir nur mehr zu eines zu sagen: Tomb Raider 1 – 4 installieren, denn das bringt mehr Unterhaltung als der Film. Und wen die Spiele kalt lassen, braucht auch erst gar nicht extra ins Kino zu gehen.