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Tiger and Dragon
© Februar 2001 The Eye
Lange genug hats gedauert, erstens bis überhaupt wieder ein Film dieses Genres zu sehen war, ist immerhin der erste Gute seit Chinese Ghost Story 2, und zweitens seit der Ankündigung, bis er tatsächlich anlief ... So ungefähr seit August hab ich gewartet .... Nun denn, endlich ist es soweit, das jüngste Meisterwerk Ang Lee's, der ja bisher eigentlich eher mit Gefühlsfilmen und Dramen aufgefallen war, ist da. Doch Ang Lee selbst sagte neulich in einem Interview, niemand wäre ein vollwertiger Regisseur, der nicht mindestens einen Martial Arts Film gedreht hat ... Ausserdem hat er als Kind immer davon geträumt. Gedacht, getan, engagiert wurden zwei Grössen des Hong Kong Action Kino, nämlich Chow Yun Fat (the Killer, Hard Boiled, Replacement Killers) und Michelle Yeoh (Police Story 3 - Supercop, Heroic Trio, Wing Chun, James Bond - Tomorrow Never Dies), sowie zwei junge Talente, Chang Chen (Happy Together) und Zhang Ziyi. Ausserdem, da ja Ang Lee noch nie einen Martial Arts Film gedreht hatte, Yuen Woo Ping als Choreograph für die Kampfszenen, was man denn auch deutlich sieht. Für nicht Eingeweihte: Yuen Woo Ping war verantwortlich für die Kung Fu Szenen in The Matrix und Charlies Angels (und unzähligen Hong Kong Filme). Doch im Gegensatz zu den oben erwähnten Filmen, wo er durch das auf Hollywood ausgerichtete Geschmacks-System des Produzenten-Teams gebremst wurde, konnte er sich hier voll austoben und schuf eine schwindelerregende Abfolge an extrem schnellen Schwert-Kampf Szenen, und wie es sich für die Tradition des Hong Kong-Fantasy Films gehört, atemberaubenden "Flugszenen" über den Hausdächern, eine Technik die auch als "Wire Fu" bekannt ist, da die Schauspieler an dünnen Drähten hängen. zur Story: Ang Lee schuf ein wahres Meisterwerk an Melancholie und falsch verstandenem Ehrgefühl, das in einer nicht ausgelebten Liebesbeziehung zwischen Li Mu Bai (Chow Yun Fat) und Shu Lien (Michelle Yeoh) sein Resultat findet. Beide sind Schwertkämpfer und kennen sich schon lange, doch Shu Lien war mit Li Mu Bai's bestem Freund verlobt, bevor der für ihn sein Leben opferte. So liegt die gesamte Spannung zwischen den beiden Charakteren in ihren Blicken und in den nicht stattfindenden Berührungen. Auf der anderen Seite haben wir das junge Adelsfräulein Jen Yu (Zhang Ziyi), das gegen seinen Willen mit einem hohen Beamten bei Hof verheiratet werden soll. Sie jedoch möchte viel lieber das freie Leben eines Schwertkämpfers führen, ist von Geschichten über diese Helden fasziniert und ausserdem in den gut aussehenden Mongolischen Räuber Lo (Chen Chang) verliebt, der sie dazu bringen will, mit ihm zu fliehen. Li Mu Bai besitzt ein sehr wertvolles Schwert, das er jedoch dem Prinzen schenken will, weil er selbst vom Kämpfen genug hat. Doch das Schwert wird bereits in der ersten Nacht aus dem Palast des Prinzen gestohlen. Li Mu Bai und Shu Lien müssen es wieder beschaffen. Alles in Allem ein wunderschön trauriges Märchen, in dem ganz schön viel mit Schwertern herumgeschlagen wird. Ang Lee hat das gute und wichtige Genre des Martial Arts Films um eine sehr starke Melancholische Komponente erweitert und damit ein Meisterwerk geschaffen, das als heisser Kandidat für den Auslands-Oscar gehandelt wird (auch wenn die Oscars einen Dreck bedeuten, aber bitte). Wichtiger Hinweis: Auch wenn wohl kaum jemand von uns hier Mandarin-Chinesisch spricht, rentiert es sich doch auf jeden Fall, sich den Film im Original mit Untertiteln anzuschauen, da sehr viel Stimmung über die Sprachmelodie transportiert wird. Schaun Sie sich das an! | ||||||