© März 2001 Mario

Thirteen Days

Originaltitel: Thirteen Days

You'll Never Believe How Close We Came

Director: Roger Donaldson
Kevin Costner, Bruce Greenwood (I), Steven Culp

Runtime: 145 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
USA 2000

Jeder hat wohl Vorlieben für bestimmte Filme oder Art von Filmen. Nun, mir scheints ich kann für meinen Teil sehr gut mit historischen Verfilmungen leben. Dies nur vorweg bemerkt, um etwaige Einseitigkeiten meiner Aussagen zu rechtfertigen. Zudem sollte man sich bewusst sein, dass es sich hierbei nicht um eine historische Dokumentation handelt, auch wenn das Skript dieses Films eine profunde Recherche erahnen lässt.
Des weiteren schätze ich Kinovorstellungen (Beginn 22.45) sehr, die auf die Spezies der Nachtschwärmer Rücksicht nehmen. Musikalische Tieftöne, sich im selbigen Gebäude befindlicher Vergnügungstempel, können aber vor allem bei ruhigeren Filmszenen doch etwas nervig werden.

Thirteen Days war für mich wohl einer jener Filme, denen es gelingt den Zuseher vollends zu fesseln und zu animieren sich in die Charaktere hineinzuversetzen. Speziell die Person JFK's, von Bruce Greenwood in beachtlicher Art und Weise dargestellt, lies mich nicht zur Ruhe kommen. Die Maske, die Gestik, etc. all dies lässt die Kennedybrüder real erscheinen und gibt ihnen die nötige Glaubwürdigkeit.

Wohl bin ich mir im Klaren, dass 145 Minuten nicht jedermanns Sache sind, zumal der ein oder andere Gähner im Publikum mich davon überzeugte, dass manch einer weniger euphorisch gestimmt war. Ausserdem lässt sich bei geschichtsbasierten Spielfilmen immer über deren Authentizität streiten. So liesse sich anmerken, dass Thirteen Days die Geschehnisse der Kubakrise (Oktober 1962) ausschliesslich aus amerikanischem Blickwinkel betrachte, und zwar wie sich aus Sicht von Präsident John F. Kennedy (Bruce Greenwood), Attorney General Robert Kennedy (Steven Culp) und Personal Advisor Kenny O'Donnell (Kevin Kostner) darstellt.

Eröffnet wird Thirteen Days mit einem U-2 Aufklärungsflugzeug das Aufnahmen über die Stationierung von sowjetischen Nuklearraketen auf Kuba macht. Sobald diese Waffen abschussbereit sind, hätte die damalige Sowjetunion die Möglichkeit innerhalb von Minuten einen atomaren Angriff auf den Osten und Süden der Vereinigten Staaten auszuüben. Neu für mich war die Information, dass die Sowjetunion auch taktische Raketen auf Kuba stationiert hatte. JFK ist entschlossen, dieser Gefahr im "Vorgarten der USA" entschieden entgegen zu treten, auch aus innenpolitischen Gründen. Die US-Armeeführung drängt auf eine Invasion auf Kuba, wohlwissend, dass erst kurze Zeit zuvor die Invasion in der Schweinebucht völlig misslungen war.

Eine hohe Geschwindigkeit im Handlungsablauf, die Darstellung der Entscheidungsfindungsprozesse, das Abwägen der Für und Wider, die Unsicherheit über die politischen Verhältnisse in der Sowjetunion und der damit zusammenhängenden Ungewissheit über die Reaktion der Russen liefern den Kern der Spannung. Das Wissen, dass einige dieser Besprechungen tätsächlich so stattgefunden haben, macht dies noch interessanter. Auch wenn es mir während des Films nicht besonders auffiel, so störte mich, dass die Militärs doch recht einseitig als kriegslüsterne Intriganten dargestellt wurden. Der Spannung ist dies aber sehr dienlich.

Unglücklicherweise verabschiedet sich der Film mit einer schmalzigen Schlussbemerkung von O'Donnell, als dieser nach überstandener Krise zu Hause bei seiner Familie frühstückt, und dabei aus dem Fenster sieht...absolut überflüssig. Abgesehen davon kann ich diesen Film nur weiterempfehlen.