Snatch - Schweine und Diamanten
© März 2001 Thompson

Snatch

Originaltitel: Snatch

Stealin' Stones and Breakin' Bones

Director: Guy Ritchie
Brad Pitt, Vinnie Jones, Jason Statham, Stephen Graham, Ade

Runtime: 104 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
UK / USA 2000

Snatch ist ein Film der den schon von Anfang an hoch gesteckten Erwartungen gerecht werden muss. Denn jeder, der den ersten Film von Guy Ritchie (Bube, Dame, König, grAS) gesehen hat, hofft auf ein weiteres Meisterwerk. Vor allem auch aufgrund der Tatsache, dass ein nicht unerheblicher Teil der Schauspieler auch schon damals mitgespielt haben. Dazu muss gleich vorweg gesagt werden, dass Snatch das Niveau seines Vorgängerfilms nicht ganz zu erreichen vermag. Einen Spitzenfilm hat Guy Ritchie aber trotzdem abgeliefert. Brutal, erfrischend anders, komisch.

Aber der Reihe nach: Wir befinden uns wieder in England. Turkish (Jason Statham) ist ein Boxtrainer, der sich an illegalen Kämpfen beteiligt und dessen Traum es ist, ein englischer Don King werden. Als ersten Schritt seines Aufstiegs will er dabei von herumfahrenendenn Zigeunern einen neuen Wohnwagen kaufen. Allerdings geht der Kauf, den sein Partner Tommy (Stephen Graham) abwickelt, kräftig in die Hose. Denn anstatt einen neuen Wohnwagen zu kriegen, verliert Turkish seinen besten Boxer. Nun ist guter Rat teuer. Woher kriegt man auf die Schnelle einen neuen Boxer, wenn der nächste Fight schon in der nächsten Woche ist? Am besten vielleicht doch die Person fragen, die dafür verantwortlich ist, dass der ursprünglich geplante Boxer nicht mehr auftreten kann: den Zigeuner Mickey (Bratt Pitt). Naja. Nur leider ist ein Zigeuner eben ein Zigeuner und daher auch etwas unberechenbar. Es fängt schon mal damit an, dass Mickey als Belohnung für den Kampf einen Wohnwagen für seine Mama will. Ausserdem weigert er sich beharrlich, in der vierten Runde wie geplant zu Boden zu gehen. Das heisst eigentlich würde er ja zu Boden gehen wollen in der vierten Runde, nur leider endet der Kampf schon früher...

Und ausserdem geht es in diesem Film auch noch hauptsächlich um einen Diamanten (faustgroß), den jeder haben will.

Die Figuren in diesem zweiten Film Guy Ritchies sind wieder genauso schillernd wie schon in Bube, Dame, König, grAS, nur haben wir diesmal weniger grosse Gruppen, was das Ganze anfänglich ein wenig unüberschaubar macht. Immer wieder sieht man Anspielungen auf den ersten Film. Vinnie Jones spielt wiederum den Gangster, der keine Scheu vor übertriebener Brutalität hat (eine Paraderolle für ihn). Die Hauptrolle hat natürlich Brad Pitt, der überraschend gut spielt. Scheinbar ist er mit Fight Club auf den Boxergeschmack gekommen, denn auch hier spielt er wiederum einen Boxer. Und er spielt ihn gut. Sehr gut sogar. Allerdings ist er unrasiert und spricht recht undeutlich, also nicht unbedingt so, wie ihn sich die weibliche Bevölkerungshälfte vorstellt. Auch die anderen Figuren, z.B. Frankie Four Fingers (Benicio del Toro, für Traffic oscarnominiert) oder der Tyrone (Ade) sind herrlich unkonventionell.

Ebenso unkonventionell (wenn auch schon aus Bube, Dame, König, grAS bekannt) sind die Kamerabewegungen. Erfrischend anders. Immer wieder schnelle Bewegungen die dann aber in einer abgehakten Zeitlupe enden.

So muss diese Kritik nun denn enden, wie sie begonnen hat, nämlich mit der Behauptung, dass der Film unbedingt sehenswert ist.