Shrek - der tollkühne Held
© Juni 2001 Thompson

Vertical Limit

Originaltitel: Shrek

The greatest fairy tale never told.

Director: Andrey Adamson, Vicky Jenson
Stimmen von: Mike Myers, Cameron Diaz, John Lithgow, Eddie Murphy

Runtime: 89 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
USA 2001

Shrek ist ein Märchen. Das heisst eigentlich ist Shrek ja ein Oger, aber da der Film den gleichen Titel hat und der Film nun mal ein Märchen ist, kann man auch sagen, dass Shrek ein Märchen ist. Shrek (das Märchen) ist ein Animationsfilm der Dreamworks-Studios.

Shrek (der Oger, Mike Myers) lebt hingegen friedlich in seinem Sumpf und ist zufrieden mit seinem Leben, bis sein Sumpf plötzlich von allerlei Märchengestalten bevölkert wird (wir sehen Pinocchio, die 3 blinden Mäuse, Feen, Zwerge, Schneewittchen, den bösen Wolf und und und). Irgendwie läuft das Shrek gar nicht nach Plan, denn mit der Ruhe ist es vorerst aus. Nach einigem Fragen stellt sich heraus, dass der Möchtegern-König Lord Farquaard (John Lithgow) die Schuld an Shreks Schlamassel trägt und so macht sich Shrek auf, mit Lord Farquaard ein Wörtchen zu reden. Begleitet wird er dabei von einem sprechenden Esel (Eddie Murphy), der seine Begabung auch ausführlichst unter Beweis stellt: in 2 Minuten spricht er nämlich mehr als der Oger an einem ganzen Tag. Farquaard scheint Shreks Anliegen gar nicht so abgeneigt, brummt Shrek aber als Bedingung (so ist das immer bei Königen: es ist immer ein Haken an der Sache) für das Räumen des Sumpfes die Aufgabe auf, die schöne Prinzessin Fiona (Cameron Diaz) aus den Klauen eines bösen Drachens zu retten.

Es ist mit Sicherheit nicht die Story, die Tausende von Leuten in diesen Film locken wird, denn die Story ist nichts besonders, halt genau das, was man sich von einem Märchen erwarten kann: größtenteils unspektakulär und wenig überraschend. Allerdings darf man sich nicht vom Hauptplot ablenken lassen, denn die Drehbuchschreiber haben so viele Anspielungen in diesem Film untergebracht, dass man sie wahrscheinlich gar nicht alle erkennen kann. Fionas Kampfstil erinnert frappant an Trinity aus der Matrix, Shrek selber hingegen ist (schon ob seines Körperbaus) ideal für einen Wrestler, Robin Hoods Leute tanzen Riverdance, andere den Macarena, disney-typische Songsequenzen werden brilliant auf die Schaufel genommen und natürlich werden auch typische Actionsequenzen (die Zeitlupe) benutzt. Bei der Wahl der passenden Braut für Farquaard glaubt man plötzlich, in Herzblatt zu sitzen. Und wenn man genau hinsieht, kann man sogar Anspielungen auf Ein Königreich für ein Lama erkennen.

Ein weiterer Grund für den Besuch dieses Films mag mit Sicherheit die Animation des Films sein, denn sie stellt eigentlich alles bisher Dagewesene in den Schatten. Jedes einzelne Gras schaut perfekt aus. Jeder Schritt hinterlässt geknicktes Gras. Ein Realfilm hätte es nicht besser hingekriegt. Der Film legt die Latte für alle weiteren computergenerierten Filme sehr hoch.

So wird jeder mit der Erkenntnis das Kino verlassen, dass sich nicht nur Disney darauf versteht, gute Trickfilme zu produzieren, sondern dass ihnen jetzt mit den Dreamworks-Studios und dem Team von Shrek ein ernsthafter Konkurrent erwachsen ist.