![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
Pearl Harbor
© Juni 2001 Aleks
Der 7. Dezember 1941, war wohl ein Tag, den so mancher Amerikaner nicht so schnell vergessen sollte. Der Tag, an dem Japanische Kampfflugzeuge und Bomber den Marinehafen Pearl Harbor angriffen und bombardierten und fast die gesamte amerikanische Pazifikflotte vernichteten, ruft wohl noch heute Wut, Verzweiflung und auch Hoffnungslosigkeit hervor.
Inwiefern die Amerikaner jedoch wirklich von dem Angriff überrascht waren, sei dahingestellt, vermuten Historiker doch, dass Roosevelt genau wußte, dass die Japaner angreifen würden, er aber für einen Eintritt in den Zweiten Weltkrieg einen Grund brauchte, damit auch die Bevölkerung hinter dieser Entscheidung steht. 21 Jahre nach Tora Tora Tora!, kommt nun wieder ein Film in die Kinos, der diese Geschehnisse zum Thema hat, wenn auch diesmal aus der Sicht zweier bester Freunde (Ben Stiller und Josh Hartnett) und deren Geliebte (Kate Beckinsale). Und um es gleich vorweg zu sagen: Tora Tora Tora! war bei weitem kritischer mit den historischen Ereignissen als Pearl Harbor. Die Handlung, insofern nicht auf den Angriff auf Pearl Harbor selbst bezogen, stellt sich eher schlicht und einfach folgendermassen dar: Cpt. McCawley (Draufgänger und Ace of Aces) und sein Jugendfreund Cpt. Walker (schüchtern aber auch Ace of Aces) sind beide Piloten bei der Air Force. Dort lernt McCawley die Krankenschwester Evelyn Stewart kennen und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Doch McCawley hatte sich freiwillig zu einem Assistenzeinsatz in England gegen die Deutschen gemeldet, und muß das Land in diese Richtung verlassen. Es kommt wie es kommen mußte, McCawley wird abgeschossen und für Tod erklärt, Freund und Freundin trauern um ihn und versuchen ihr eigenes Leben weiterzuleben. Beide kommen sich jedoch näher und verlieben sich ineinander, doch dann taucht unerwartet McCawley wieder auf, der den Absturz doch tatsächlich überlebte, und nun den neuen Tatsachen ins Auge sehen muß. Soweit zur Handlung der ersten eineinhalb Stunden, die wenig bietet und ohne Höhepunkte still und leise vor sich hindümpelt. Doch dann startet der Angriff der Japaner, unter dem Kommando von Admiral Yamamoto (Mako). Und an dieser Stelle beginnt der Film langsam zu greifen. Nach dem „idyllischen“ Tiefflug der japanischen Flieger, zeigt der Film die Zerstörung und das Leid der Betroffenen in ihrem ganzen schrecklichen Ausmaß. Technisch auf höchstem Standard und effektvoll in Szene gestzt, starrt man gebannt auf das Unfassbare. Doch leider konnte sich Regisseur Michael Bay keiner „Amerikanismen“ enthalten. Äusserst geschmacklos finde ich die Darstellung der amerikanischen Fahne in allen Lebens- und Leidenslagen. Dass man in den USA eine ganz andere Beziehung zur Nationalflagge pflegt ist ja hinlänglich bekannt, aber man kann es auch übertreiben. Bestes Beispiel, die Unterwasser Szene. Aufgenommen unter Wasser, mit Blick zur sonnenbestrahlten Wasseroberfläche, sieht man Soldaten verzweifelt um ihr Leben schwimmen, und inmitten all der Toten und Verletzten „weht“ still die Fahne im sonnendurchschienenen Wasser. Weiters wird viel Wert darauf gelegt, die Idylle der Insel darzustellen, um den Schock des Angriffes zu verdeutlichen. Als man beim Tiefflug der Japaner, kleine, lachende Mädchen in weissen Kleidchen mit Engelsflügeln durch die satten, grünen Wiesen laufen sieht, wird manch einem doch der Mund trocken, ob dieser Überromantisierung. Und auch sonst wird der Zuseher mit viel Ehre, Tapferkeit und Lob auf die USA überschwemmt, was manchem Europäer sehr befremdlich erscheinen mag. Die japanische Sicht der Dinge wird mir etwas zu kurz und banal dargestellt, und zeigt zwar auch sehr nachdenkliche japanische Offiziere, die aber mehr Angst vor der Rache der Amerikaner haben, als dass der Angriff schief gehen könnte. Und zurecht, werden doch knappe vier Jahre später zum „Ausgleich“ zwei Atombomben auf Japan abgeworfen, von denen aber in diesem Film nichts berichtet wird. Die Schauspieler spielen jedoch alle tadellos und überzeugend und verleihen ihren Charakteren die nötige Glaubwürdigkeit. Nur Cuba Gooding Jr. scheint nach Men of Honor als Schiffskoch seine Lebensrolle gefunden zu haben und enttäuscht mit den selben Blicken und Gesten wie in seinem letzten Film. Pearl Harbor ist auf jeden Fall ein Spektakel, dass man sich, wie schon in Titanic nicht entgehen lassen sollte. Mir persönlich schien der Film jedoch viel zu einseitig (man könnte es ja auch als genialen strategischen Sieg der Japaner bezeichnen) und historisch nicht korrekt zu sein, aber für die amerikanische Seele dürfte der Film wohl Balsam sein. Denkmalpflege, so könnte man es auch sehen. | ||||||