Maybe Baby
© November 2001 Thompson

Maybe Baby

Originaltitel: Maybe Baby



Director: Ben Elton
Hugh Laurie, Joely Richardson, Rowan Atkinson, Emma Thompson, Adrian Lester

Runtime: 104 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
UK 2000

Endlich wieder einmal ein Film aus England, der es auf unsere Leinwände geschafft hat. Englische Filme sind in der Regel eine nette Abwechslung zum hollywood-typischen Fraß, den uns die meisten Multiplex-Kinos heutzutage vorwerfen. Aber der Reihe nach:

Sam (Hugh Laurie) und Lucy (Joely Richardson) Bell sind ein typisches End-Zwanziger Pärchen; er Mitarbeiter bei der BBC, sie arbeitet in einer Casting-Agentur. Was sie etwas von anderen abhebt, ist der sehnliche Wunsch, ein Kind zu bekommen. Aber je mehr sie sich mühen (und vor allem für Sam artet das Ganze schon bald in Mühe aus), desto weniger scheinen sie ihrem Wunschtraum näher zu kommen. Mehr noch, anstatt ihrem Wunschtraum näher zu kommen, entfernen sie sich immer weiter voneinander...

Der in England sehr bekannte Komiker Ben Elton ist für das Drehbuch dieses Films verantwortlich. Er hat auch schon das Buch (Inconceivable) geschrieben, an das sich der Film anlehnt. Er versteht es hier meisterhaft, das doch eigentlich sehr ernste Thema so darzustellen, dass der Zuseher seinen Spaß daran hat, ohne aber aus Schadenfreude zum Lachen gebracht zu werden. Manche der Ideen (so wahr sie auch sein mögen), scheinen einfach viel zu irrwitzig, um sie wirklich in die Tat umzusetzen (z.B. ein romantischer Abend im Park mit Blick auf London, der dann in einem weiteren erfolglosen Versuch endet, ein Kind zu zeugen) und dennoch, Sam und Lucy geben die Hoffnung nicht auf, starten Versuch um Versuch, den erwünschten Nachwuchs doch noch zu kriegen. Selten neigt Ben Elton zu Übertreibungen, einzig und allein der Part des Frauenarztes Dr. James (Rowan Atkinson) ist etwas zu überzogen und passt auch nicht wirklich in diese Komödie. Warum nur muss Rowan Atkinson in fast jeder Rolle den Mr. Bean raushängen lassen? Warum kann er nicht einen ganz normalen Frauenarzt spielen ohne Grimassen zu ziehen oder auf dumme Gedanken zu kommen? Diese Frage werden sich außer mir wahrscheinlich noch andere Kinobesucher gestellt haben, beantwortet werden kann sie jedoch nur von Rowan Atkinson selbst oder Ben Elton.

Hugh Laurie war für den Part des Sam Bell mit Sicherheit die beste Wahl. Noch überzeugender könnte Sam gar nicht dargestellt werden. Wirklich erwähnenswert ist hierbei der wirklich breite Grinser als er am Anfang des Films nach getaner "Arbeit" wieder mit dem Motorrad zurück in das Gebäude der BBC fährt. Selten war in der letzten Zeit im Kino ein solches Grinsen überzeugender. Und auch den Rest des Films über spielt Hugh Laurie wirklich überzeugend und der Zuseher kann sich eigentlich jederzeit in seinen Charakter hineinfühlen. Nicht ganz so brillant ist Joely Richardson. Das ist aber auch zu verstehen, denn Hugh Laurie legt die Latte wirklich hoch. Dennoch ist sie ein guter Filmpartner und der Zuseher kann die Spannungen und auch die Funken zwischen den Hauptdarstellern wirklich fühlen.

Auch wenn wir hier, wie in eigentlich jedem Hollywood-Film ein Happy End präsentiert bekommen, so ist es hier auf seine eigene Art natürlich und scheint auch nicht an den Haaren herbeigezogen. Irgendwie hat der ganze Film auf so ein Ende hingearbeitet und von allen möglichen Enden scheint dies das Beste.

Trotzdem wird Maybe Baby hierzulande wahrscheinlich kein großer Erfolg beschwert werden, was eigentlich schade ist, denn mit einer Hollywood-Komödie kann es dieser englische Film eigentlich noch jederzeit aufnehmen. Irgendwie scheinen englische Filme zu realitätsnah zu sein, um für weite Teile des Publikums interessant zu werden. Eigentlich schade.