In the mood for love
© April 2001 Mario

In the mood for love

Originaltitel: Hua yang nian hua

Hong Kong 1962, chief editor of a local newspaper, Chau and his wife move ...

Director: Kar-wai Wong
Tony Leung Chiu Wai, Maggie Cheung, Rebecca Pan, Lai Chen, Ping Lam Siu, Chi-ang Chi

Runtime: 98 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
Frankreich/Hong Kong 2000

Wie alle Filme von Wong Kar-wai spielt auch "In the mood for love" in Hongkong.

Chow Mo-wan (Tony Leung Chiu Wai), Chefredakteur einer lokalen Presse, und Mrs. Chan (Maggie Cheung), Sekretärin, beziehen zur selben Zeit eine kleine Wohnung im selben Haus in Hongkong. Beide Protagonisten stehen in einer festen Beziehung, müssen jedoch sehr bald erkennen, dass sie von ihren Partnern betrogen wurden.

Typisch für die 60er, so scheint es, ist das offene Zusammenleben der einzelnen Parteien und des Vermieters, was laut Wong Kar-wai im heutigen Hongkong nicht mehr existiert. Da kommt es im Film schon vor, dass ein gemeinsames Mahjong-Spiel bis spät in die Nacht reicht, und dass der Nachbar die persönlichen Probleme anderer Mieter kennt versteht sich fast von selbst.

Und so geschieht es, dass sich Mrs. Chan und Chow näher kennenlernen und von der Misere des jeweils anderen erfahren. Sie erzählen einander von den Eigenschaften ihrer Partner und proben stets, wie sie ihnen gegenübertreten wollen. Doch besonders Mrs. Chan schafft es nicht ihrem Partner untreu zu werden, den man übrigens den ganzen Film über nicht zu Gesicht bekommt, ebenso Chow's Partnerin. Aus dieser Leidensgemeinschaft entwickelt sich eine enge Bindung zwischen beiden Personen, die beginnen sich ineinander zu verlieben obwohl sie dies verhindern möchten. Trotz Bemühen beider ist ihre Liebe zum Scheitern verurteilt. Und schon bald entschliesst sich Chow Mo-wan eine Stelle in Singapur anzunehmen, um seine emotionale Erschöpfung zu verkraften.

Die lakonische Inszenierung wird über den gesamten Film hinweg hervorragend durch Chris Doyle's eigenwilligen Kamerastil mitgetragen und verstärkt. Zeitweise scheinen die Charaktere in ihrer ganzen Hoffnungslosigkeit und Tristesse, wie im gravitationslosen Raum über die Leinwand zu schweben. Das visuell Offensichtliche bleibt lange Zeit unausgesprochen, ohne dass man einander zunahe kommt.

Die Szenerie besticht durch ihre Einfachheit, teils Eintönigkeit, die nur durch Mrs. Chan's bunte Kleiner durchbrochen wird. Als musikalische Untermalung dient ein gebetsmühlenartig wiederholter, schwerfälliger Tango, der im Gesamtarrangement dieses Films gut zur Wirkung kommt.

"In the mood for love" trifft zwar nicht jedermanns Geschmack, bietet aber demjenigen, der gewillt ist einmal etwas anderes als "Flat-line-Kino" zu erleben, Eindrücke und Qualität, die kein hochgezüchteter Blockbuster erreichen kann.