![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
Girlfight
© Februar 2001 Mario
Karyn Kushama's Debüt als Director nennt sich Girlfight und hat international bereits einige Wettbewerbe, zum Beispiel Sundance und Cannes, für sich entscheiden können. Desto mehr nimmt es wunder, dass dieser Film so gut wie nirgends hier zulande gezeigt wird. Selbstredlich sind Auszeichnungen noch lange kein Beweis für Qualität, vor allem dann wenn der persönliche Geschmack eine Rolle spielt, wundern tut es mich aber.
Da ich persönlich keine große Begeisterung für Sportfilme aufbringen kann, wurde mein Entschluss an der Kasse, diesen Film zu sehen nicht ganz ohne Zweifel getroffen. Zu Unrecht wie sich im nachhinein herausstellen sollte. Zwar hat Girlfight den Boxsport zum Thema, doch dient dieser nur als Basishandlung für eine interessant aufbereitete Liebesbeziehung zwischen Diana Guzman (Michelle Rodriguez) und dem Amateurboxer Adrian, gespielt von Santiago Douglas. Schöne Zeitlupenaufnahmen verschiedener Schlagsequenzen à la Rocky wird man vergeblich suchen, die Kamera nimmt oft die Position des Gegners ein, die Schläge kommen daher direkt auf den Betrachter zu. Eine Glorifizierung dieses Sports wird gar nicht erst angedacht. Protagonist Diana Guzman, wird von Michelle Rodriguez ausgezeichnet gespielt. Sie kann in ihrer Rolle als eigensinniges Enfant terrible, das versucht seine Wutanfälle durch den Boxsport abzubauen, voll überzeugen. Diana wächst in armen Verhältnissen, zusammen mit ihren Vater und Bruder, in einem Gebäudekomplex in Brooklyn auf. Der, aufgrund mehrmaliger Schlägereien drohende Verweis von der Schule und der Selbstmord ihrer Mutter, geben ihr kaum noch eine Perspektive für die Zukunft. Ihre erste Erfahrung mit dem Boxsport macht Diana bei Besuch des lokalen Boxclubs in dem ihr Bruder, nach Willen seines Vaters, trainiert. Durch ihr aggressives Auftreten den anderen Boxern gegenüber verschafft sie sich schnell Respekt. Dies ist eine neue Erfahrung für sie. Schon kurz darauf entschließt sie sich Boxen zu lernen, doch niemand will ein Mädchen trainieren. Kompliziert wird die Sache jedoch erst als sie Adrian kennen lernt, der im selben Boxclub auf die Amateurmeisterschaft trainiert. Es entsteht eine sehr natürlich wirkende Liebesbeziehung zwischen den beiden, die trotz aller widrigen Zustände sehr plastisch wirkt und es erfolgreich vermeidet in Hollywood-ähnlichen Schmalz überzugehen. Diana's kontinuierliche Erfolge in den folgenden Frauenboxkämpfen lassen das unmögliche möglich erscheinen. Ein Boxkampf zwischen beiden Geschlechtern, und ausgerechnet Adrian ist jener Mann, der gegen Diana kämpfen soll. Klar ist nur eines, nur der Gewinner hat Chancen den Sprung in den Profiboxsport zu schaffen und somit der Armut zu entfliehen. Sollte Adrian verlieren, so würden all seine Lebensträume wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen. Wie erwartet scheitert er an der Aggressivität und dem absoluten Siegeswillen seiner Freundin. Ausgezeichnet finde ich die Szene in der Diana nach gewonnenem Kampf allein in der Umkleidekabine sitzt und hin und hergerissen wird zwischen Siegesfreude und Liebeskummer. | ||||||