Ran an die Braut
© August 2001 Thompson

Get over it

Originaltitel: Get over it

Split Happens

Director: Tommy O'Haver
Kirsten Dunst, Ben Foster, Melissa Sagemiller, Sisqo, Shane West

Runtime: 87 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
USA 2001

Get over it (Komm drüber hinweg), so heisst der Film im Original, Ran an die Braut, so der deutsche Filmtitel. Mal wieder haben sich diejenigen, die für deutsche Titel verantwortlich sind, selber übertroffen. Die Bedeutung des Titels wird im Deutschen völlig über den Haufen geworfen. Im Englischen wird der Hauptdarsteller Berke (Ben Foster) dazu animiert, endlich drüber hinwegzukommen, dass ihn seine langjährige Freundin Allison (Melissa Sagemiller) verlassen hat, in der deutschen Übersetzung klingt es so, als ob hier ein Film vorliegt, der ganz in der Tradition von American Pie liegt.

Und damit aber liegt der Zuseher ziemlich daneben, denn um Sex geht es in diesem Film nicht. Wie gesagt, gleich schon am Anfang wird Berke von seiner Freundin verlassen, allerdings kann er das nicht so recht realisieren und er unternimmt alles, um sie wieder für sich zurückzugewinnen. Er schreibt sich sogar in der Theatergruppe ein, obwohl er fast gleichzeitig Basketballtraining hat, er singt vor ihrem Zimmerfenster, kurz gesagt, er würde alles tun, um sie zurückzukriegen. (Fast) alles tun würden auch seine Freunde Felix (Colin Hanks) und Dennis (Sisqo), um ihn davon zu überzeugen, dass das Leben weitergeht, auch ohne Allison. Sie organisieren Ausflüge (in eines der lokalen Stiplokale) und Parties (bei Berke zuhause).

Die Handlung ist es aber nicht wirklich, die es schafft, den Zuseher aus seiner Lethargie zu erwecken, denn wirkliche Überraschungen bleiben aus und ich nehme jetzt nicht allzuviel von der Spannung, wenn ich verrate, dass es Berke nicht schaffen wird Allison zurückzuerobern, sondern dass es es irgendwann endlich schafft jemanden zu sehen, der nett ist und der schon die ganze Zeit vor seiner Nase war und nur darauf gewartet hat, gesehen zu werden. Positiv hervorzuheben sind allerdings mache der Schnitte, die wirklich gelungen sind.

Allerdings wird schon in der "Opening Sequence" klar, dass sich der Film nicht immer ganz ernst nimmt, wie sonst waere es zu erklären, dass in dem Moment, in dem Berke tief trauernd das Haus von Allison verlässt hinter ihm aus der Garage eine Band (ich glaube Vitamin C) hervortritt, um - immer langsam hinter ihm hergehend - das Eröffnungslied zu singen, unterstützt von tanzenden Postboten, Müllännern und Nachbarn.

Auch die Schauspieler sind gelungen ausgewählt worden und schaffen es meist, zu überzeugen. Kirsten Dunst spielt sehr gut, ebenso wie Ben Foster oder überraschenderweise auch Sisqo. Und Martin Short, der Leiter der lokalen Theatergruppe spielt seine Rolle herrlich überspitzt.

Das einzige wirklich irritierende in diesem Film war das von Sisqo gesungene Schlusslied (September, im Original von Earth Wind and Fire), das irgendwie weder zum Film noch zu Sisqo gepasst hat.

Alles in allem kann man damit enden, zu sagen, dass der Film eine herrliche seichte Teenie-Komödie ist, die allerdings um einiges besser ist, als man dies von der Vorschau oder von Beschreibungen her erwarten kann. Man erlebt fast 90 Minuten nette Unterhaltung, hin und wieder unterbrochen von doch etwas derben Witzen (siehe Hund).