Final Fantasy: The Spirits Within
© Oktober 2001 Aleks

Final Fantasy: The Spirits Within

Originaltitel: Final Fantasy: The Spirits Within

Unleash a new reality

Director: Hironobu Sakaguchi, Motonori Sakakibara 
Ming-Na, Alec Baldwin, Donald Sutherland, Steve Bushemi, James Woods

Runtime: 106 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
Japan/USA 2001

Was habe ich auf diesen Film gewartet. Angekündigt als eine Revolution im Bereich Computeranimation und den Schauspielern das Fürchten lehrend versprach dieser Film wohl ein Knüller zu werden, vor allem für Interessierte bzw. Eingeweihte in diesem Bereich. Trailer um Trailer erhöhte sich der Grad der Anspannung, und vom Neid des frühen US-Startes zerfressen, scharte ich ungeduldig vor dem Kino, bis auch ich endlich in den Genuß dieses Werkes kommen durfte. Doch wie üblich nach so einer Einleitung, sollte zuerst die Frage nach der Handlung und dem allgemeinen Handlungsablauf ge- und erklärt werden.

2066 leidet die Erde nach dem Einschlag eines Meteoriten unter der ständigen Bedrohung von Aliens, die Geistern gleich, die Seelen der Menschen verzehren. Die Menschen selber zogen sich in stark gesicherte Enklaven und Schutzbauten zurück, und versuchen dem Problem irgendwie Herr zu werden. Dr. Aki Ross, Wissenschaftlerin, ist mit ihrem Mentor Dr. Cid auf der Suche nach einem Mittel, um die Invasoren los zu werden. Doch Aki geht es nicht nur um die Rettung der Erde, sondern auch um ihr eigenes Leben, ist sie doch von den Aliens infiziert worden und steht auf seltsame Art und Weise mit ihnen in ihren Träumen in Verbindung. Doch auch das Militär, insbesondere General Hein, geht es um die Vernichtung der Aliens, doch mit ihren eigenen Mitteln, in Form einer Orbitalkanone, die das Herz der Alienbrut ein für alle Mal auslöschen soll.

Die Story nimmt stark Anleihen an herkömmlichen Animes und Videospielen (im besonderen Final Fantasy 7), und versucht daraus einen ernsthaften Film zu kreieren, was streckenweise sehr überzeugend gelingt. Doch auch hier sind die Charaktere nicht gefeit vor Stereotypen, wie den ignoranten, rachsüchtigen Militär, dem gut aussehenden, risikofreudigen und Objekt der Begierde darstellenden Helden, inklusive den anderen Mitgliedern der Deep Eyes (zu Deutsch übrigens die „Superspäher“), die für die nötige Comic sorgen.

Was auf jeden Fall überzeugen kann sind die wirklich unglaublichen Computeranimationen und Charakterdarstellungen. Wohl noch nie gab es so detaillierte Modelle, dargestellt bis in die kleinste Pore. Man vergisst sehr schnell, dass man sich hier keinen Realfilm anschaut und reisst sich selber immer wieder aus der Illusion zurück. Aber auch bei aller Genauigkeit bleibt immer noch der „zu künstlich“ Effekt bestehen und man merkt bei zu schnellen Bewegungen sehr schnell, dass es sich eben (noch) um Computermodelle handelt. Tom Hanks braucht also nicht gleich den Teufel an die Wand zu malen.

Zusammen mit seinem sehr mythologisch angehauchten Schluß, Gaia, als die Energie von Mutter Erde, schafft es Final Fantasy: The Spirits Within, zu einem überzeugenden und vor allem beeindruckenden Auftritt. Wem diese Art von Film gefällt, der sollte ihn auf keinem Fall versäumen. Auch wenn Final Fantasy 7 Spieler eventuell etwas enttäuscht werden könnten.

Aber so viel sei versichert: Disney’s Kindermärchen und Dreamworks „Shrek“ stellt dieser Film in der technischen Kategorie mehr als nur in den Schatten. Handlungsmäßig etwas „vertrocknet“ aber ein Erlebnis, das man wohl nicht so schnell vergisst.