Verrückt / Schön
© Thompson 2001 Thompson

Crazy / Beautiful

Originaltitel: Crazy / Beautiful



Director: John Stockwell
Kirsten Dunst, Jay Hernandez, Bruce Davison, Taryn Manning

Runtime: 95 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
USA 2001

Wieder einmal kommt eine Teenie-Geschichte auf uns zu. Diesmal spielt das Ganze in der Pacific Palisades High an der Westküste Amerikas. Nicole Oakley (Kirsten Dunst) geht dorthin. Eigentlich nur, weil sie muss. Schule als solche interessiert sie eigentlich nicht. Viel lieber verbringt sie die Zeit mit ihren Freunden und einer Flasche Alkohol. Carlos (Jay Hernandez) ist da ganz anders. Er nimmt einen 2 Stunden langen Schulweg auf sich, nur um auf die renommierte Palisades High zu gehen, und nicht auf eine der schlechteren Schulen in seinem Viertel. Und das hat auch seine Gründe, denn nach Abschluss seiner Schulkarriere möchte Carlos nämlich Pilot bei der Marine werden. Und eines Tages nun treffen die beiden aufeinander. So beginnt die ganze Geschichte, die zwar auf ein - natürlich Hollywood-konformes - Happy End zusteuert, aber doch auch immer wieder Probleme aufzeigt.

Den größten Teil der ersten halben Stunde wendet John Stockwell dafür auf, die Hauptpersonen zu charakterisieren. Allerdings kann er den Zuseher dabei nicht wirklich fesseln, denn er bewegt sich nie wirklich von Stereotypen weg. Da haben wir einmal Nicole, das reiche, behütete Mädchen, das zwar in die Schule geht, weil sie muss, aber kein wirkliches Interesse hat. Sie will viel lieber spontan leben - und leisten kann sie es sich ja. Andererseits ist ihr Zuhause - auch wieder nicht gerade untypisch - nicht unbedingt ein Bilderbuchzuhause. Mit ihrem Vater gibt es fast nur Streit und von ihrer Stiefmutter reden wir erst gar nicht. Ganz im Gegensatz dazu stammt der Latino Carlos natürlich aus ärmlichen Verhältnissen und am Wochenende jobbt er auch schon mal, um Geld zu verdienen. Alles was er will, ist raus aus dieser Gegend. Die Intelligenz dazu hat er jedenfalls. Und auf die richtige Schule geht er nun auch. Nun fehlt nur noch der Abschluss.

Sobald man diesen Teil aber überstanden hat, beginnt der Film fast, aufzuleben in den unterschiedlichen Einstellungen von Carlos und Nicole. Beide müssen erst lernen, sich gegenseitig zu akzeptieren, und auch wenn das ganze für Nicole anfangs nur ein Spiel ist, muss sie sich bald eingestehen, dass Carlos mehr als nur "interessant" ist.

Die beiden Hauptdarsteller spielen sehr gut, und im Gegensatz zu mach anderem Film von Kirsten Dunst (Ran an die Braut) ist hier mit Sicherheit nicht nur der Anblick von Kirsten Dunst ein Grund dafür, ins Kino zu gehen. Hier gilt es auch für Kirsten Dunst, mehr zu tun als nur ein bisschen zu schauspielern und gut auszuschauen. Es müssen Gefühle eingebracht werden, und das gelingt ihr auch. Alles in alles wirkt sie sehr authentisch in ihrer Rolle. Irgendwie scheint Jay Hernandez's Rolle ein bisschen einfacher zu sein, aber vor allem harmoniert er ausgezeichnet mit Kirsten Dunst. Alle anderen Personen gehen neben diesem Paar ein bisschen unter.

So kann dieser Film eigentlich auch wirklich empfohlen werden, auch wenn der Schluss ziemlich nach Hollywood schreit und eine englische Produktion dem Film sicherlich nicht dasselbe Happy End verpasst hätte.