Almost Famous - Fast berühmt
© April 2001 Thompson

Almost Famous

Originaltitel: Almost Famous

Experience it. Enjoy it. Just don't fall for it.

Director: Cameron Crowe
Kate Hudson, Patrick Fugit, Billy Crudup, Anna Paquin, Frances McDormand, Philip Seymour Hoffman

Runtime: 122 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
USA 2000

Wir schreiben das Jahr 1973. Die Band Stillwater ist gerade auf dem Sprung in die höchsten Sphären der Rockmusik und machen gerade die Tour, die sie bekannt machen soll: die Almost Famous 1973 Tour. Aufgrund seines Musikinteresses und auch wegen seiner Bekanntschaft mit der Ikone der Rockkritik Lester Bangs (Philip Seymour Hoffman) kann William Miller (Patrick Fugit) die Band auf Kosten des Rolling Stone auf eben jener Tour begleiten. Das ist ihm natürlich mehr als recht, denn es ist eine Möglichkeit, weit weg vor seiner überprotektiven und konservativen Mutter Elaine (Frances McDormand) zu kommen, die der Ansicht ist, Simon & Garfunkel würden Poesie über Drogen und häufigen Partnerwechsel schreiben. Ausserdem sind auch noch sogenannte "Band Aids" mit von der Partie, die sich selbst als Musen und Inspiration der Band sehen.

Eines kann man gleich vorwegnehmen: jeder, der sich für Musik, egal ob Musik der Siebziger, Achtziger oder Neunziger, interessiert wird diesen Film lieben. Denn der Film spielt zwar vor mittlerweile fast 30 Jahren aber im Grossen und Ganzen nehm ich mal an, dass im Musikbusiness alles noch beim Gleichen geblieben ist. Zugegeben, inzwischen ist die ganze Atmosphäre aufgrund der grossen Plattenfirmen etwas professioneller und den ersten Kontakt mit Drogen haben die Bandmitglieder im Normalfall schon vor der Tour gemacht. Aber sonst ist heute auch noch alles so: Eine Band findet sich zusammen, irgendjemand muss die Sache auch managen, deswegen suchen wir noch einen Manager und dann geht man auf Tour, denn das wichtigste ist, vor möglichst vielen Leuten zu spielen. Und die Groupies, sorry Band Aids natürlich, finden sich dann von alleine ein. Und der Musikkritiker muss die Gratwanderung zwischen Freundschaft mit der Band und professioneller Unvoreingenommenheit finden.

Und dieser professionelle Abstand scheint Cameron Crowe mit seiner Komödie Almost Famous ziemlich gut gelungen zu sein. Die Band Stillwater ist eine typische Band der Siebziger Jahre. Man nehme die Beach Boys oder Led Zeppelin oder aber Pink Floyd. Stillwater wird so präsentiert, als ob sie wirklich existiert hätten. Das wird auch am Abspann klar, als alle Lieder, die von Stillwater gespielt werden, so aufgelistet werden als ob sie Stillwater geschrieben hätte.

Kate Hudson (die Tochter von Goldie Hawn) als Band Aid Penny Lane spielt brilliant und wann immer sie auf der Leinwand erscheint (und das ist recht häufig), zieht sie jeden in ihren Bann und der Rest der Mannschaft wird fast zu Statisten degradiert. Das passiert vor allem den anderen Band-Aids, die deshalb farblos bleiben müssen. Man sieht sie zwar immer wieder, aber meisten halten sie sich (unter anderem auch Anna Paquin) im Hintergrund. Patrik Fugit als William Miller spielt solide und man hat keine Problme, ihm den 15-jährigen William abzunehmen. Noch besser in Erinnerung bleiben die Leistungen von Philip Seymour Hoffman als Reinkarnation von Lester Bangs und vor allem von Billy Crudup als Leadgitarrist von Stillwater. Vor allem durch Lester Bangs und die komplette Band Stillwater (und natürlich durch den Tourbus "Doris") wird die Atmosphäre der Siebziger perfekt eingefangen.

Auch die Musik wurde mehr als passend gewählt. Auch wenn man nicht unbedingt auf Musik der Siebziger steht, so kann man fast nicht umhin, sich beim Verlassen des Kinos zu überlegen, ob man den Soundtrack kaufen soll oder nicht. Die Live-Auftritte und die Spontan-a-capella Version von The Cover of the Rolling Stone sind die Highlights in diesem Film. Die Musik dominiert zwar den ganzen Film über (kein Wunder, es geht schliesslich um eine Rockband!), wird aber nie als unpassend oder gar störend empfunden.

Alles in allem ist das sicherlich ein Muss-Film für jeden Musikfan und auch sonst kann der Film nur wärmstens empfohlen werden.