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Der Patriot
© August 2000 Jake
Roland Emmerich, aus Germany zugewanderter US-Regisseur, der amerikanischste unter den Amerikanern, der Schützer der Flagge und Hüter des Grals, hat wieder zugeschlagen. Nach dem unfreiwillig komisch geratenen "Independence Day", in welchem die US-Airforce dreisten Aliens zeigte, wo der Bartl den Most holt, erweist er sich mit seinem neuesten Werk einmal mehr als Patriot par excellence. Das Machwerk heißt passenderweise: "Der Patriot."
Der Film ist in den amerikanischen Kolonien während jenes Siedler-Aufstandes angesiedelt, der heute als Unabhängigkeitskrieg bekannt ist. Die Namen der Figuren lauten, wie sich's gehört, Samuel, Thomas oder Charlotte, und sie gehen in den Baumwoll- und Tabakfeldern friedlicher agrarischer Tätigkeit nach, bis der schlimme englische Unterdrücker auftaucht und alles kaputtmacht. Irendwann platzt auch dem friedlichsten Farmer (in diesem Falle Mel Gibson als Benjamin Martin) der Kragen, und er schlägt sich auf die Seite der Aufständischen. In der Folge gibt es viel Blut, einige rührende Herzgeschichten und ein triumphales Ende. Niemand kann bei diesem Film sagen, er hätte nicht von Anfang an gewußt, wie es ausgeht. Es geht also weniger um die Geschichte, als darum, wie dieselbe erzählt wird. Hierbei fällt besonders auf, wie offenherzig mit Gewaltdarstellungen umgegangen wird. Seit Spielbergs "Saving Private Ryan" scheinen besonders drastische Darstellungen von Kriegshandlungen und -schäden in Hollywood zum guten Ton zu gehören. Gewalt macht Spaß, ist sauber und gottgefällig, scheinen die Produzenten zu denken, ganz im Gegensatz zu Sexualität, die immer noch und vermehrt ein Tabu darstellt. Aber vielleicht sind sie mit dieser Auffassung gar nicht so weit vom 18. Jahrhundert entfernt, weshalb sie in diesem Fall sogar seltsam angebracht erscheint. Übrigens: krasse Anachronismen (wie letztlich Maschinengewehre oder Panzer in "Wild Wild West" oder Armbrust-Gewehre in "Der Gladiator") kommen dankenswerterweise nicht vor. Man darf sich aber fragen, wieso der französische Offizier, der auf Seiten der Rebellen kämpft, ständig von Freiheit oder "Liberté" faselt. Immerhin steht er als Repräsentan des Sonnenkönigs für eines der oppresivsten und illiberalsten Regimes der Welt - die französische Revolution findet bekanntlich erst ein Jahrzehnt später statt. Aber es paßt halt besser so, einfach patriotischer. | ||||||