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Rules - Sekunden der Entscheidung
© August 2000 The Eye
Die Handlung:
2 Marines (Jackson, Jones) dienen zusammen in Vietnam, der eine rettet dem andren das Leben. Sprung in die Jetzt-Zeit. Der eine (Jones) geht als Colonel in Pension, der andre (Jackson) wirt Kommandeur eines Marine-Platoon. Er wird in den Jemen geschickt, um dort den Botschafter (und seine Familie) zu evakuieren, weil vor der Botschaft boese Araber herumdemonstrieren und irgendwas von wegen "Jihad" schreien. Der Botschafter wird evakuiert, Jackson holt unter Einsatz seines Lebens die amerikanische Flagge vom Dach, um sie dem Botschafter mitzugeben. Danach befiehlt er, in die Menge der waffentragenden Demonstranten (inklusive Frauen und Kinder, alle bewaffnet) zu feuern, mit dem Befehl "waste the motherfuckers!". Ergebnis: 83 Tote, ueber 100 schwer Verletzte. Weil der aussenpolitische Berater des Praesidenten ein Boeser ist (im Denksystem des Films), unterschlaegt er die Videokassette, auf der die Waffentragenden Demonstranten zu sehen sind und laesst Jackson wegen 83-fachen Mordes vor ein Militaergericht stellen. Jackson bittet seinen alten Freund Jones, ihn zu verteidigen. Der ist allerdings weder ein guter Marine (er hatte einen Schreibtischjob) noch ein guter Anwalt. Was folgt ist ein klassischer Gerichtssaal-Thriller, von denen wir ohnehin schon zu viele gesehen haben, nur in dem Fall noch mit unertraeglichem Marine-Ehre-Bloedsinn vermengt. Ach ja, natuerlich siegt am Ende das Gute (im kranken Moral-System des Films). Kommentar: Abgesehen von der absolut traurigen Tatsache, dass sich derartig hochkaraetige Schauspieler fuer einen solchen Schwachsinn hergeben, ein Film der vermutlich bei den meisten Nicht-Amerikanern entweder Hass oder blankes Unverstaendnis ausloesen wird. Einmal ganz abgesehn von der Darstellung der jemenitischen "Terroristen" (selbst kleine Kinder feuern in dieser Szene mit Maschinenpistolen auf die Botschaft) ist sicherlich auch der Kult, der in diesem Land um die Fahne getrieben wird (erwachsenen Maenner, die weinen, wenn sie salutierend dastehen waehrend unter Trompetenklaengen dieses Symbol des Imperialismus eingeholt wird) ein komplett jenseits meiner Vorstellung Befindlicher. Die grundsaetzliche Message des Films (i.e. Marines die einen Befehl ausfuehren, egal wie brutal oder seltsam oder jenseits jeder Vorstellung befindlich er auch sein mag, sind immer im Recht, da sie ja nur Befehle ausfuehren. Ausserdem sind Araber gefaehrliche Terroristen, die einen Jihad gegen Amerika erklaert haben, und es ist O.K. sie zu erschiessen. Und das Leben eines Marine ist mehr wert (viel mehr) als das Leben auslaendischer Zivilisten) ist so pervers, dass mir auch am Tag nach dem Betrachten des Films noch teilweise die Worte fehlen. Ich weiss jedenfalls was der Film bei mir ausloest: Osama Bin Laden wird mir schoen langsam sympathisch. Update am 16.4.2002: Bin nach längerer Zeit wieder über diese meine Zeilen gestolpert und wollte nur einen kurzen Disclaimer anhängen: sie wurden zu einer Zeit geschrieben, als noch nichtmal klar war, ob Osama Bin Laden wirklich existiert. Meine obigen Zeilen waren aus damaliger Sicht als Scherz zu verstehen und sind natürlich im Lichte der Ereignisse vom 11.9.2001 anders zu betrachten (vorausgesetzt man akzeptiert die Mainstream-Theorie zu den Ereignissen). | ||||||