Romeo must die
© Juni 2000 Thompson

Romeo must die

Originaltitel: Romeo must die

In a world of vicious rivalries and violent betrayals only one thing is sure.

Director: Andrzej Bartkowiak
Jet Li, Aaliyah, Isaiah Washington, DMX

Runtime: 115 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
USA 2000

Das einzige, was man sich hier wirklich von Shakespeare ausgeliehen hat, sind einige wenige Details der alten Romeo-und-Julia-Geschichte. Es gibt 2 verstrittene Banden (Afro-Amerikaner und Asiaten) und 2 junge Menschen, die sich zu mögen scheinen, sich aber nicht treffen dürfen. Und natürlich den Namen Romeo (Jet Li). Julia (Aaliyah) heisst nämlich nicht Julia, sondern Trish.

Diskussionen werden hier auch relativ selten mit dem Mund (auch wenn manche Szenen dann doch recht amüsant sind) oder bewaffnet ausgetragen, sondern in der Regel fliegen die (computergestützen) Fäuste. Die Kampfszenen erinnern in der Regel auch an Die Matrix, auch wenn die Flow-Mo der Matrix durch einen anderen, nicht minder spektakulären Effekt ersetzt wurde. Wir sehen hier nämlich in einigen Szenen mit der Hilfe eines "Röntgenblickes" wie ein Knochen bricht bzw. das Herz durchbohrt wird. Ansonsten können die Kampfszenen den Kung-Fu-Szenen aus der Matrix das Wasser reichen, auch wenn sie mit Sicherheit nicht die Häufigkeit und Deftigkeit von wirklichen Hong-Kong-Filmen erreichen werden.

Noch kurz zurück zur Story, wie schon oben erwähnt, frei angelehnt an William Shakespeare: Aus Gründen, die dem Zuschauer lange Zeit unbekannt bleiben, bekämpfen sich ein afro-amerikanischer und ein asiatischer Clan. (Wie sich später herausstellen soll, geht es um die Rechte am Bau eines Footballstadiums). Des weiteren wird die Story sogar noch etwas unübersichtlicher, da nicht immer jeder das ist, bzw tut, was er scheint, bzw. was er zu tun hätte. Alles in allem mehr Story als ein normaler Actionfilm hat.

Dass der Film doch noch ansehbar ist, kann man den Schauspielern verdanken. Wie gut Jet Li kämpfen kann, sollte man spätestens seit Lethal Weapon 4 wissen und wirklich vielmehr muss er in diesem Film nicht machen. Die Lücken zwischen den Kampfszenen werden durch Aaliya sowie deren Vater Isaak O'Day (Delroy Lindo) ausgefüllt, und zwar ohne dass man sich groß langweilt.

Auch über die Musik kann man sich nicht beklagen. Normalerweise wäre der gespielte Hip-Hop zwar nicht etwas, das ich mir auf die Dauer anhören könnte, aber wie schon bei der Matrix wurde auch hier der Soundtrack genau auf die Szenen abgestimmt passt eigentlich immer genau.

So muss ich nun mit den Worten schließen, dass dies ein Film ist, der der Matrix zwar nicht immer das Wasser reichen kann, aber dennoch ein recht netter Actionfilm in diesem Sommer ist. Nur zuviel Mitdenken sollte man nicht, sondern eben die Kampfszenen geniessen.