High Speed Money
© Juni 2000 Thompson

Rogue Trader

Originaltitel: Rogue Trader

He'll risk everything to beat the system.

Director: James Dearden
Ewan McGregor, Anne Friel, Lee Ross, John Standing, Christian Solimeno

Runtime: 104 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
UK 1998

High Speed Money ist die Geschichte des Börsen-Maklers Nick Leeson (Ewan McGregor) und genau das ist das eigentliche Problem dieses Films. Jeder, der in den letzten 5 Jahren nicht hinter dem Mond gelebt hat, hat von Nick Leeson gehört und weiss auch, was es mit ihm auf sich hat: Er trägt schuld daran, dass die renommierte englische Barings-Bank (die letzte und älteste Privatbank Englands) Pleite gemacht hat und von einer niederländischen Bank um den symbolischen Preis von £1 aufgekauft wurde.

Was wir nun in diesem Film erleben, ist der Aufstieg und Fall des Nick Leeson, so wie Nick Leeson selber sieht, da nämlich der Film auf der Autobiographie Leeson's basiert.

In (anfangs fast zu) kurzen Aufnahmen erleben wir, wie sich Leeson in der Barings Bank nach oben arbeitet, wie er seine Frau Lisa (Anna Friel) kennenlernt und schliesslich heiratet und wie er endlich sein Ziel erreicht, nämlich Wertpapierhändler zu sein. Und zwar nicht irgendein Wertpapierhändler sondern der Wertpapierhändler an Ansiens heißester Börse, der SIMEX (Singapore International Money Exchange). Auch in Singapur setzt sich der charismatische Leeson durch und macht Anfangs durch seine unkonventionelle Art sowie durch Glück viel Geld. Allerdings begeht er dann den Fehler einen Buchungsfehler einer Angestellten durch geschicktes Handeln wieder ausgleichen zu wollen und gerät aufgrund unglücklich verlaufender Futures-Geschäfte immer tiefer in den Schuldenstrudel bis er schließlich mit 200 Millionen £ Schulden dasteht.

Ewan McGregor spielt die Rolle des charismatischen Leeson gut und man glaubt ständig an ihn. Auch seine (mittlerweile Ex-) Frau Lisa wird von Anna Friel gut dargestellt (auch wenn sie nicht wirklich viel Screen-Time hat).

Der Film ist allerdings nur für diejenigen wirklich interessant, die etwas Interesse an der Börse und an Börsengeschäften haben. Aufgrund der Tatsache, dass sich Dearden streng an die Biographie hält gibt es keine wirklcihen Nebenhandlungen und Spannung wird auch nur dadurch aufgebaut, dass sich der Zuseher fragt, ob wie lange das Spiel wohl gutgehen mag. Denn dass es am Ende schlecht ausgeht, dass weiss man ja schon.

Was noch zu kritisieren ist, wäre die Tatsache, dass man mitten im Film kurzzeitig Nick Leeson zu Song 2 von Blur singen sieht, obwohl dies chronologisch nicht möglich ist, da die Story 1994/95 spielt, Blur ihren Song aber erst 1997 auf ihrem gleichnamigen Album veröffentlicht haben.

Ansonsten, wie gesagt, ein netter Film für denjenigen, den das Thema interessiert, die meisten anderen werden durch das Thema wohl eher gelangweilt sein.