Zurück zu dir
© Juni 2000 Thompson

Return to me

Originaltitel: Return to me

A comedy straight from the heart.

Director: Bonnie Hunt
David Duchovny, Minnie Driver, Bonnie Hunt, Jim Belushi

Runtime: 115 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
USA 2000

Eine Herztransplantation ist immer ein schwerer Eingriff in Körper und Leben eines Menschen, und die Implikationen dabei sind nicht nur rein medizinischer Natur. Abgesehen davon, daß dieses in jeder Hinsicht zentrale Organ von alters her als Sitz der Gefühle und damit eines großen Teils der Persönlichkeit galt, birgt der Themenkomplex der Organtransplantation auch heute noch viele ungeklärte Fragen. Ist ein Verstorbener wirklich vollkommen tot, wenn ein Teil von ihm weiterlebt? Noch komplizierter wird es, wenn ein Organempfänger zufällig auf einen Menschen trifft, dem der Organspender viel bedeutet hat. Genau das ist die Grundidee von "Return to me", den der deutsche Verleih etwas tollpatschig und nicht ganz logisch mit "Zurück zu dir" übersetzt hat.

Ein Mann trifft, ein Jahr nach dem kaum überwundenen Unfalltod seiner Gattin, eine Frau, zu der er sich geradezu magisch hingezogen fühlt. Die Dame erwidert seine Gefühle, bringt es aber buchstäblich nicht übers Herz, ihm von einer genau ein Jahr zurückliegenden Herztransplantation zu erzählen. Als sie erfährt, wessen Herz da in ihr schlägt, ist es (fast) schon zu spät, um reinen Tisch zu machen.

Diese Handlung mag unglaubwürdig klingen, unmöglich ist sie nicht. Tatsächlich ist diese Geschichte sehr viel wahrscheinlicher als daß irgendwer in einer Nacht 50 Autos klaut oder allein und nur mit einer Uzi bewaffnet eine Armee von Aliens plus Satan besiegt, oder was es mehr der Schwachsinnigkeiten gibt. Vor allem ist es erfrischend, daß ein amerikanischer Drehbuchautor (in diesem Fall: eine Autorin, nämlich Bonnie Hunt) erstmals wieder (nach vielen Jahren, möchte man sagen) eine echte, eigene Idee hatte und umgesetzt hat. Übrigens wird die Idee durchaus nicht groß in den Vordergrund gespielt oder penetrant breitgewalzt. Sie bildet vielmehr eine Basis, auf der sich ein liebenswürdiger und vor allem unprätentiöser Film über menschliche Schicksale entfaltet. Große visuelle Effekte gibt es bis auf die erste Einstellung nicht zu sehen, die Musik ist bewußt altmodisch und die Zahl der Schauplätze ist sehr beschränkt, was einen angenehm kammerspielartigen Touch verleiht. Dieser Film versucht nie, mehr zu sein, als er ist.

Ein Wort zum männlichen Hauptdarsteller: David Duchovny, bekannt aus der Kult-Fernsehserie Akte X, ist es mit diesm Film mit überraschender Leichtigkeit gelungen, sich aus der Alien- und Agentenliga freizuspielen. Man wird in Zukunft wohl mehr von ihm zu sehen bekommen.