Mission: Impossible 2
© Juli 2000 Jake

Mission: Impossible 2

Originaltitel: Mission: Impossible 2

Expect the impossible again

Director: John Woo
Tom Cruise, Ving Rhames, Dougray Scott

Runtime: 123 min
Rating: G | PG | PG-13 | R
USA 2000

John Woo hat es geschafft. Seit der chinesische Karatefilmer mit Größen wie John Travolta und Nicolas Cage arbeitet, ist er in aller Munde und auf allen Leinwänden. Sein neuer Blockbuster heißt Mission: Impossible - 2, auf Internet-Neusprech schlicht "M:I-2."

Der Plot des Films ist eigentlich kaum eine Erwähnung wert; nur soviel sei gesagt: nichts in diesem Film kann auch nur einen Funken Glaubwürdigkeit beanspruchen. Daß die Gesetze der Physik außer Kraft gesetzt sind, scheint in diesem Genre zum guten Ton zu gehören, darüber wollen wir uns gar nicht mokieren. Aber daß John Woo so tut, als würde er eine Geschichte von Menschen erzählen, daß er sogar den Anschein erwecken will, in den Menschen (bis in seine Blutzellen) hineinblicken, während in Wahrheit doch alles nur und ausschließlich an der Oberfläche geschieht, ist gelinde gesagt irritierend. Was nicht von außen sichtbar ist, wird nicht gezeigt. Auf reichlich kaltschnäuzige Art wird zum Beispiel die Liebesgeschichte zwischen Agent Hunt (Tom Cruise) und der schönen Diebin (Thandie Newton) einfach vorausgesetzt. Es gibt keine Motivation, keine Entwicklung. Diese Unbekümmertheit könnte sogar sympathisch wirken, wenn der Betrachter nicht ahnen müßte, daß Woo es so und nicht anders inszeniert, weil er es gar nicht anders kann. Auch das Spiel mit den Masken, das in "Face Off" noch ein geistreiches Spiel mit Identitäten war, ist hier nichts mehr als billiger Klamauk, unnötig und penetrant. Jeder (nicht: jede) kann immer jeder sein; alles ist möglich.

Was Woo allerdings sehr gut kann ist Tempo, Bewegung, den Kick vermitteln. Was er mit M:I-2 abgeliefert hat, ist ein astreiner Actionfilm, oder, wie eine liebe Freundin von mir zu sagen pflegt: ein Aktionsfilm. Der Zuschauer erhält ungewöhnlich viel Gezappel und Getöse für sein Eintrittsgeld. Und durch die in Vorfeld gezielt lancierten Gerüchte, Hauptdarsteller Cruise habe es sich nicht nehmen lassen, auch die gefährlichsten Stunts selbst zu spielen, ist ein erstauntes Publikum schon vorsorglich garantiert. Überhaupt scheint M:I-2, eine Art James Bond für Skater, der perfekte Film für die Kinogeneration des Jahres 2000 zu sein (Sommer 2000, hieß es in den Trailern seit einem Jahr verheißungsvoll). Man fragt sich nur, ob man selbst ein Teil dieses Publikums sein möchte.